Der erste ganze Tag in Shanghai

Heute Nacht habe ich super gut geschlafen und es war die ganze Nacht angenehm ruhig, zumindest habe ich nichts gehört.

An meinem ersten vollen Tag in Shanghai will ich es ruhig angehen lassen. Ich habe auch keinen besonderen Plan gemacht, was ich mir so Alles anschauen will. Die 6 Tage hier will ich ein bisschen rumbummeln und nebenbei die wichtigsten Sehenswürdigkeiten sehen.

Für Heute habe ich mir mal als Erstes vorgenommen, mir eine Chinesische SIM-Karte zu besorgen. Ich habe zwar schon eine eSIM, die ich mich vorab bei Trip.com (30 Tage, 20GB) für 8,31 Euro besorgt. Die läuft auch einwandfrei und hat mich auch gestern gut zu meiner Unterkunft gebracht, aber man hat eben keine Telefonnummer. Eine Chinesische Telefonnummer bringt einige Vorteile, welche ich nutzen möchte. Als Provider hatte ich mir Unicom China ausgesucht und bin am Morgen auf die Suche gegangen.

Schon um 8 Uhr Morgens ist es total schwül und sehr warm. Ich habe das Gefühl, das es hier wärmer ist, als in Thailand. Kaum zu glauben.

Gestartet bin ich an der Nanjing Road, wohin ich mit der Metro gefahren bin. Meine 24-Stunden Karte die ich gestern als Kombi-Ticket erworben habe, gilt übrigens Heute noch bis etwa 17 Uhr. Was ich schnell gemerkt habe ist, daß man sich auf Google Maps hier nur bedingt verlassen kann. Die Daten waren bei mir oft nicht aktuell und einige Unicom Geschäfte waren nicht da, wo sie sein sollten oder offenbar geschlossen.

Irgendwann lande ich an der berühmten Uferpromenade „The Bund“ und das große Gebäude direkt gegenüber auf der rechten Seite beherbergt die Bank of China.

Hier direkt in der Nähe befindet sich auch ein Eingang des „Bund Sightseeing Tunnel“, der unter dem Wasser auf die andere Flußseite führt. Die Strecke ist etwa 650 Meter lang und man kann mit einer Bahn für 50.- Yuan (oder 80.- Yuan retour). Die  Wand des Tunnels verändern sich ständig zu verschiedenen Farben, gepaart mit entsprechenden Soundeffekten. Es ist eine Touristenattraktion und die Fahrt dauert lediglich 3-5 Minuten.

Hier gibt es auch einen kleinen Platz mit der Statue von Chen Yi, der 1901 bis 1972 lebte und von 1949 bis 1958 Bürgermeister von Shanghai war.

Von der mittlerweile 2,5 km langen Uferpromenade kann man auf der anderen Seite des Huangpu Flusses die Skyline mit den beiden hohen Gebäuden Oriental Pearl Tower und rechts dem 632 Meter hohen Shanghai Tower sehen. Der Shanghai Tower war beim Richtfest im August 2013 das höchste Bauwerk Chinas und das dritthöchste der Erde, nach dem Burj Khalifa in Dubai (828 m) und dem Sky Tree in Tokio (634 m). Im Sommer 2015 wurde der Wolkenkratzer fertiggestellt. Seit 2021 ist der Shanghai Tower vom Merdeka 118 in Kuala Lumpur (678 m) auf den dritten Platz der höchsten Gebäude, bzw. dem vierten der höchsten Bauwerke verdrängt worden.

Der Oriental Pearl Tower ist mit einer Höhe von 468 Metern der derzeit dritthöchste Fernsehturm Asiens und der fünfthöchste der Welt. Mit dem Bau wurde 1991 begonnen, nach drei Jahren waren die Bauarbeiten abgeschlossen. Am 1. Januar 1995 fand die Einweihung statt. Auf Grund des Sonnenstandes sind die Bilder um diese Uhrzeit nicht so schön, wie sie sein sollten. Ich werde deswegen nochmals zu einem späteren Zeitpunkt vorbeikommen.

Auch in Shanghai, wie in jeder touristischen Stadt, gibt es diese Hop-on Hop-off Busse, die man an festgelegten Haltestellen aus- oder zusteigen kann.

Direkt daneben steht ebenfalls eines der vielen schönen Gebäude, die die Uferpromenade säumen. Hier handelt es sich um ein Gebäude des Chinesischen Zolls.

Da wie erwähnt meine Metro-Karte heute Nachmittag ausläuft, will ich mir vorab eine Neue besorgen. Die Einzelfahrten sind zwar recht günstig, aber wenn man viel fährt (und das habe ich vor), dann lohnt sich eine 24-Stunden (18.- Yuan) oder 72-Stunden (45.- Yuan) Karte schon. Zunächst versuche ich es an einem der Automaten an der Station Nanjing Road, doch hier kann man nur Einzelfahrten, bei denen man das Ziel vorher schon wissen muss, kaufen.

Ich frage bei einem der Security Menschen nach und werde an diesen Schalter geschickt. Dort versteht man sogar ein paar Brocken Englisch.

Ich bekomme für 45.- Yuan (ca. 5,40 Euro) eine 3 Tageskarte, die ab der ersten Benutzung 72 Stunden Gültigkeit hat. Das ergibt einen Tagespreis von 1,80 Euro, nicht schlecht für eine riesige Metro, wie die von Shanghai, mit einem Streckennetz von über 800 Kilometern. Ich werde diese Karte dann entweder heute Abend noch oder dann Morgen das erste Mal nutzen.

Auf meinem Fußmarsch stehe ich plötzlich vor diesem Gebäude. Was ist eine Starbucks Reserve Roastery? Es ist eine Starbucks Kaffee Rösterei, welche es dem Besucher ermöglicht, bei der Kaffeeproduktion zuzusehen und den frisch gemahlenen Kaffee auch gleich zu probieren. Dazu gibt es viele weitere Neuigkeiten, die man sonst in einem Coffee Shop nicht erwarten würde.

Es gibt hier in Shanghai irgendwie an jeder Ecke einen Starbucks Laden. Bereits 2022 wurde hier die 1000. Filiale eröffnet, in keiner Stadt der Welt gibt es mehr Filialen, als in Shanghai.

Nachdem ich keine Filiale von Unicom China finden konnte, lande ich direkt gegenüber des Ausgang 9 der People Square Metro Station an dieser Filiale von China Mobile.

Sie befindet sich an der Adresse 226 Nan Jing Xi Lu (Nanjing Road) und Dame am Eingang spricht sogar Englisch und offeriert mir eine Touristen SIM-Karte mit einer Telefonnummer und 30GB Daten für 200.- Yuan.

Eigentlich wollte ich nicht so viel Geld (24,09 Euro) für die SIM ausgeben, aber ich habe auch keine Lust mehr weiter zu suchen. Mein Pass wird kopiert, eine Lichtbild gemacht und ich muß mehrmals etwas (keine Ahnung was, da Chinesisch) unterschreiben. Bezahlt habe ich mit Alipay und nach einsetzen der SIM habe ich auch sofort ein 5G-Netz, wie übrigens mit meiner Trip.com eSIM auch. Werde die Karten jetzt abwechselnd nutzen und denke, daß mir das gesamte Datenvolumen reichen sollte.

Zum Mittag gehe ich ins Untergeschoß der Mall, die direkt an unserer Haus angrenzt, in dem sich mein Apartment befindet.

Da ich über Scan (mangels Chinesisch Kenntnissen) nicht bestellen kann,  gehe ich direkt zum Koch und bestelle mit Finger zeigen auf der Speisekarte.

Ich bekomme wie gewünscht eine riesen Portion gebratene Nudeln, mit Gemüse und Fleisch. Den Tee gibt es umsonst und die Nudeln kosten 22,90 Yuan (2,76 Euro), die ich mit Alipay bezahle.

Um 17:30 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg und will noch mal zur Uferpromenade. Mit der Linie 8 fahre ich los und entwerte meine Karte, die ab jetzt bis Montag Abend gültig sein wird.

Nach dem Aussteigen in der Station Dahije, warte ich auf eine Bahn der Linie 14, die (laut der modernen Anzeige) in 1:51 Minuten kommen soll und auch kommt.

Um 18:15 Uhr treffe ich wieder an der Uferpromenade ein. Heute Morgen waren fast keine Leute da, doch nun ist es richtig voll. Alle scheinen auf etwas zu warten.

Wie ich später gelesen habe, soll der Oriental Pearl Tower allabendlich um 19:30 Uhr, 20:30 Uhr und 21:30 Uhr in einem faszinierenden Lichtspektakel erstrahlen. Da ich so lange nicht wartete, werde ich nochmal wiederkommen. Zumindest ein schöneres Foto, als heute Morgen konnte ich noch machen.

Auch haben die Beleuchtungen von 2 Gebäuden unmittelbar an der Flußbiegung des Hungpu Flusses schon begonnen und begrüßen die Besucher Shanghais.

Neben der Unmenge an Videokameras (die es übrigens überall gibt) ist hier oben auf der Uferpromenade eine bewegliche Polizeiwache aufgestellt.

Um diese Zeit beginnen hier auch jede Menge an Flusskreuzfahrten, für die man überall Tickets kaufen kann. Dieses Schiff startet gerade und gegenüber sieht man den Shanghai Tower.

Ich laufe ein paar Hundert Meter weiter auf der Bund in Richtung Süden und biege dann rechts ab.

In dieser schön beleuchteten Einkaufsstraße gibt es auch einen Toy Story Shop mit einem übergroßen Helden vor der Türe.

Auf dem Weg zur nächsten Metro Station passiere ich die Gegend um den Stadtgott-Tempel, bekannt als Chenghuang Miao. Dieser historische taoistische Tempel, der dem Stadtgott geweiht ist, liegt in einem älteren Teil Shanghais. Der Tempel stammt aus der frühen Ming-Dynastie.

Dort findet gerade ein  Nachtmarkt, der Chenghuang Miao Basar, ein Labyrinth aus traditionellen Geschäften, Straßenimbissen und Markthändlern, statt.

Da dies sehr touristisch ist, schaue ich mir das Spektakel nur von weitem an. Während in dem Viertel, in dem ich zur Zeit wohne, kaum Nicht-Asiaten unterwegs sind, ist es hier deutlich anders.

Nach ein paar Hundert Meter bin ich wieder an einer Metro Station und fahre wieder zurück zu meinem Apartment. Obwohl ich (außer viel laufen) Heute wenig gemacht habe, bin ich total kaputt und lege mich bald hin.



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