Gestern Abend habe ich mich wegen des Regens nicht mehr auf den Weg gemacht. Für heute Morgen habe ich mir den Wecker auf 6:30 Uhr gestellt, um auf keinen Fall zu verschlafen.
Um genau 7:30 Uhr verlasse ich das Haus und nach einem kleinen Einkauf zum Frühstück für unterwegs, fahre ich auf dem gleichen wieder zum Flughafen, wie ich vor 6 Tagen hierher gekommen bin. An der Longyang Road Station steige ich wieder in den Maglev um. Das Ticket, auch für die Rückfahrt, hatte ich ja schon bei meiner Ankunft gekauft.

Einen Stock höher steht der Hochgeschwindigkeitszug schon zur Abfaht, die um 08:20 Uhr sein soll, bereit.

Wieder innerhalb von 2 Minuten erreichen wir die derzeitige Spitzengeschwindigkeit von 300 km/h, die wir bis kurz vor der Ankunft auch halten.

Nach einer Sicherheitskontrolle betrete ich das Terminal 1 bereits 1 Stunde, nachdem ich meine Unterkunft verlassen habe. Der CheckIn ist für mich am Automat wieder nicht möglich und ich muß mich in der Schlange anstellen.

Es sind einige Schalter geöffnet und so beträgt meine Wartezeit lediglich 15 Minuten. Die Mitarbeiterin ist sehr schmallippig und freundlich geht sicher anders. Mein Koffer ist etwas schwerer geworden, aber ich habe ja 20 kg Frei.

Meine Bordkarte zeigt alle wichtigen Daten für meinen Flug HO1211 mit Juneyao Airline, der in fast 3 Stunden starten soll.

Bevor man die Sicherheitskontrolle betritt, muß man sich mit der Bordkarte oder einem Ausweisdokument identifizieren und dann an der Schlange anstellen. Hier geht es wirklich ziemlich langsam voran und es werden die Wartenden immer nur einzeln oder in zusammengehörenden Gruppen zu der Kontrolle vorgelassen.

Dies verhindert Gedränge an den Bändern, auf die das Handgepäck und die mitgeführten Gegenstände aufgelegt werden. Aber bevor man an das Band kommt, wird nochmals der Pass und die Bordkarte kontrolliert, außerdem wird noch ein Foto gemacht. Seit einiger Zeit ist es verboten bei Chinesischen Inlandsflüge eine Powerbank im Handgepäck zu haben, die kein CCC-Zeichen fest darauf angebracht hat. Ich hatte mir vorher extra so eine Powerbank in Thailand besorgt und die Anderen zuhause gelassen. Ich hatte sie auch extra aus dem Gepäck genommen, aber ich glaube, es hat Niemand interessiert. Stattdessen werde ich fast 1 Minute lang durch eine weibliche Sicherheitskraft am ganzen Körper (fast überall) abgetastet. Ich bedanke mich bei ihr für die lange und gründliche Behandlung meines Körpers.
Mittlerweile ist es 09:15 Uhr und die roten Zeichen hinter meinem Flug bedeuten, daß sich mein Abfluggate geändert hat. Ich denke aber es hat sich (wie auf meiner Bordkarte schon vermerkt) zu C219 geändert und somit keine Änderung die mich betrifft.

Zu C219 geht es eine Treppe nach unten und so wie es aussieht, ist von diesen Terminals jeweils noch eine Busfahrt inkludiert.

Auf der Toilette sehe ich etwas, das ich vorher noch nie gesehen habe und das jeden Fußballfan begeistern wird.

Die Priority Passagiere sind schon nach draußen und somit dürfte es für uns Andere auch nicht mehr lange dauern.

Um 10:40 Uhr geht es dann auch für die Economy Passagiere los. Links der kleine Bus und rechts der große Bus für uns.

Es dauert mehr als 10 Minuten bis unserer Bus proppenvoll ist und endlich losfahren kann.

Die Flughafen Rundfahrt dauert mehr als 15 Minuten, bis wir bei unserem Airbus A321 neo, fast 4 1/2 Jahre alt, rausgelassen werden.

Um 11:05 Uhr betrete ich die Maschine und bewundere im vorderen Bereich die Business Klasse, die die ersten beiden Reihen, in einer 2 – 2 Bestuhlung, beansprucht.

Dahinter geht es mit Reihe 30 weiter und die Sitze sind in einer 3 – 3 Bestuhlung angebracht.

Da ich in Reihe 35 sitze, ist das für mich überraschend fast ganz vorne, mein Platz 35H ist hier am Gang.

Von Beinfreiheit kann man bei diesem Sitzabstand nicht wirklich sprechen, meine Knie sind quasi am Anschlag.

Wir starten um 12:00 Uhr mit etwa 30 Minuten Verspätung. Nach 35 Minuten starten die Flugbegleiterinnen mit dem Service.

Es gibt eine warme Mahlzeit, wobei ich zwischen Reis mit Hühnchen und Nudeln mit Schwein wählen kann. Ich nehme die Nudeln und bei Getränken hat man die Wahl zwischen Wasser, Kaffee oder Tee.

Um 14:15 Uhr, was nur noch 5 Minuten Verspätung sind, setzen wir nach ca. 1.270 Kilometern Flugstrecke am Xi’an International Airport auf.

Während wir noch in der Luft sind, klingeln schon die ersten Handys. Scheinen es nicht so genau zu nehmen mit dem Handyverbot. Wundert mich ehrlich gesagt nicht.

Da ich ziemlich vorne bin, bin ich um 14:30 Uhr draußen. Nach einem Blick zurück, halte ich Ausschau nach den Gepäckbändern.

Der Weg ist zum Glück nicht so weit und nach einer weiteren Rolltreppe nach unten steht man bei den Gepäckbändern.

Mein Koffer soll am Band 311 angeliefert werden und er kommt dann auch tatsächlich nach weiteren 15 Minuten Wartezeit.

Direkt am Ausgang, der sich neben den Gepäckbändern befindet, kann man sich zunächst einmal etwas orientieren.

Da ich mit der Metro in die Stadt fahren will, orientiere ich mich an dieser Beschilderung und der Weg geht erst wieder mal nach unten.

Die erste Linie der Metro in Xi’an wurde 2011 eröffnet, seitdem wird das Netz kontinuierlich ausgebaut. Derzeit beträgt die Streckenlange etwas mehr als 300 Kilometer mit fast 200 Stationen. Es ist geplant, das Streckennetz langfristig auf eine Gesamtlänge von 986 Kilometern Länge auszuweiten.
Die Fahrpreise gestalten sich ähnlich wie in Shanghai und sind auch hier günstig. Die Einzelfahrt kostet 2 Yuan für die ersten 6 km, 3 Yuan für 6-10 km, 4 Yuan für 10-14 km, 5 Yuan für 14-20 und 6 Yuan für20-26 km. Ab einer Strecke über 26km, kosten jede 8 km 1 Yuan extra.
Es gibt auch hier einen Xi’an Metro Pass: Der Tagespass kostet 15 Yuan und der 3-Tagespass 40 Yuan und sie gelt jeweils 24 bzw. 72 Stunden ab der ersten Benutzung.
Ich habe mich für die heutige Fahrt von Flughafen zu meiner neuen Unterkunft für eine Einzelfahrt (soll 9.- Yuan kosten) entschieden und mir deshalb wieder einen QR-Code bei Alipay kreiert, mit dem ich Zugang zu den Metro Stationen habe.

Nachdem ich mit meinem Gepäck durch die Sicherheitsschleusen bin und Zugang zur Station habe, warte ich auf die Bahn der Linie 14.

Als ich zusteige, ist der Wagen noch fast leer, da es dies hier die erste Station ist. Es handelt sich um einen modernen und sehr sauberen Wagen.

Nach 9 Stationen und 34 Minuten Fahrt komme ich an der Xi’an North Railway Station an. Es ist der Nordbahnhof, an dem auch meine Weiterfahrt mit dem Zug am Samstag starten soll.

Von hier muß ich Heute umsteigen in die Linie 2. Die Wege hier sind unendlich weit und ich bin ca. 1 Kilometer unterwegs, bis ich wieder in der Bahn sitze. Nach weiteren 11 Stationen und 26 Minuten in der Linie komme ich endlich an der Station Yongningmen an.

An einem der Ausgänge stehe ich direkt vor einem kleinen Einkaufszentrum und viele Leute um mich herum.

Von der Metro Station ist es ein guter Fußweg von über 1 Kilometer bis ich vor dem Gebäude stehe, in dem sich mein Apartment befinden soll. Zur Navigation habe ich dieses Mal Google Maps genutzt, was als Fußgänger manchmal ganz brauchbar ist.

Am Eingang des Gebäudes und am Fahrstuhl steht schon angeschrieben, daß sich die Rezeption in der 13. Etage befindet.

Nachdem ich Probleme bei der Nutzung einer meiner Kreditkarten hatte, dies aber mit einer Anderen lösen konnte, bekomme ich meine Zimmerkarte.

Mein Apartment befindet sich auf einem anderen Stockwerk und kostet für 3 Nächte 1.254,06 Yuan, was umgerechnet etwa 50.- Euro pro Nacht sind.

Es gibt 2 Schlafzimmer in dieser Art, wovon ich aber nur eines brauchen und benutzen werde.

Dusche und Toilette sind zusammen, während sich das Waschbecken, wie man auf einem vorherigen Foto sehen kann, im ungünstig im Eingangsbereich befindet.

Es gibt weder eine Küche, noch eine Mikrowelle und auch nur einen Mini Kühlschrank. Da ist auch die Waschmaschine keine große Entschädigung.
Es wird langsam dunkel draußen und ich mache mich nochmals auf den Weg etwas zum Essen zu finden. Da ich keinen Schirm dabei habe, beginnt es natürlich zu regnen. Ich kann mich in eine kleine Mall, direkt neben der Metro Station retten. Dort gibt es ein paar sehr leckere Nudeln mit Fleisch. Das Ganze kostet mit einem Wasser umgerechnet 3,12 Euro. Bestellt habe ich wieder direkt vom Tisch über den QR-Code.

Xi’an ist eine der Geburtsstätten der alten chinesischen Zivilisation im Gebiet des Gelben Flusses. Über 3.000 Jahre Geschichte, darunter über 1.100 Jahre als Hauptstadt des alten China, haben Xi’an mit einem erstaunlichen historischen Erbe und kulturellen Relikten beschenkt. Xi’an ist die berühmteste und einflussreichste antike Hauptstadt Chinas.
Xi’an war die Hauptstadt von 13 Dynastien im antiken China, darunter die Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.), die erste vereinigte Dynastie Chinas, gegründet von Kaiser Qin Shi Huang, und die Westliche Han-Dynastie (202 v. Chr.–9 n. Chr.), die erste Blütezeit und Blütezeit der chinesischen Geschichte. Während der Tang-Dynastie (618–907) war Xi’an die größte und wohlhabendste Stadt der Welt. In ganz China findet man kaum eine andere Stadt mit solch einem bedeutenden historischen Status und so vielen historischen Überresten.
1981 wurde Xi’an von der UNESCO als „Welthistorische Stadt“ ausgezeichnet, auf einer Stufe mit Kairo, Rom und Athen.
Hier habe ich den ersten Blick auf den Feierabend Verkehr und die bekannte Stadtmauer. Nach der Erweiterung ist die Mauer nun 12 Meter hoch, oben 12-14 Meter breit und unten 15-18 Meter dick. Sie ist 13,7 Kilometer lang und von einem tiefen Graben umgeben. Alle 120 Meter erstreckt sich ein Wall über die Hauptmauer. Insgesamt gibt es 98 Wallanlagen, die zum Schutz vor feindlichem Aufstieg errichtet wurden.

Leider fängt es auf dem Rückweg zur Unterkunft noch stärker an zu regnen und ich werde schon gut naß. Nach einer heißem Dusche falle ich total kaputt ins Bett.


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