Ein weiterer Tag in Xi’an

Als ich heute Morgen aus dem Fenster schaue stelle ich fest, daß es aufgehört hat zu regnen. Und ich kann es gleich vorab sagen, es bleibt Heute auch den ganzen Tag so. Dank des Regenschirms, den ich wieder dabei habe.

Auf dem Weg zur Metro Station Yongningmen stoppe ich kurz an diesem Laden und kaufe mir ein Teilchen zum Essen.

Kostet 3.- Yuan, ist nicht so fettig und schmeckt ganz gut. Es ist aber ganz schön scharf und eigentlich vermeide ich derzeit noch scharfes Essen. Diesen Eingang zu einem Wochenmarkt habe ich gestern schon gesehen.

Heute laufe ich mal eine Runde und wie ich finde gibt es ein reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse, sowie Fleisch aller Sorten. Was ich so sehe, ist es preislich auch ganz in Ordnung.

Ich drehe noch eine Runde in einem 7Eleven, der auf dem weiteren Weg liegt. Auch hier nehme ich mir 2 Teilchen mit. Das Eine schmeckt garnicht und landet direkt in einer Mülltonne.

Nach dem Essen bin ich hier der erste Kunde und trinke erst mal einen Eistee, mit Blick über einen der Eingänge zur Metro Station.

Direkt daneben, auf diesem großen Platz ist das Südtor zur Stadtmauer, die nun 12 Meter hoch, oben 12-14 Meter breit und unten 15-18 Meter dick ist. Sie ist 13,7 Kilometer lang und von einem tiefen Graben umgeben. Alle 120 Meter erstreckt sich ein Wall über die Hauptmauer.

Insgesamt gibt es 98 Wallanlagen, die zum Schutz vor feindlichem Aufstieg errichtet wurden. Jede Wallanlage verfügt über ein Wachhaus, von dem aus die Soldaten die gesamte Mauer schützen konnten, ohne sich dem Feind auszusetzen. Außerdem ist der Abstand zwischen zwei Wallanlagen von beiden Seiten gerade so groß wie ein Pfeilschuss, sodass sie den Feind, der die Stadt angreifen wollte, von der Seite beschießen konnten. An der Außenseite der Mauer befinden sich 5.948 Zinnen. Die Soldaten konnten den Feind ausspähen und auf ihn schießen. Auf der Innenseite wurden Brustwehren errichtet, um die Soldaten vor dem Herunterfallen zu schützen.

An den Eingang zum Südtor (insgesamt gibt es 4 Tore) kommt man lediglich über eine Unterführung und muß sich dann erst einmal einer Sicherheitskontrolle unterziehen.

Ab hier kommt man nur weiter und dann auf die Mauer, wenn man eine Eintrittskarte hat. Die Umrundung der kompletten Mauer ist über 13 Kilometer lang und kommt somit für mich Heute nicht in Frage.

Von Minute zu Minute wird es hier immer voller, ein weiterer Grund mir das zu ersparen. Irgendwie habe ich das Gefühl, daß hier touristisch deutlich mehr los ist, als in Shanghai.

Ich fahre mit der Metro eine Station weiter bis zum Glockenturm. Meine 24-Stunden Karte von gestern gilt noch, so daß ich kein extra Ticket kaufen muß. Der Glockenturm ist in Mitten eines großen Kreisverkehrsplatzes und markiert den geografischen Mittelpunkt der alten Hauptstadt Xi’an. Von diesem wichtigen Wahrzeichen aus erstrecken sich die Ost-, Süd-, West- und Nord-Alleen, die den Turm mit den Ost-, Süd-, West- und Nordtoren der alten Stadtmauer verbinden.

Er steht auf einem quadratischen Ziegelsockel mit einer Länge von 35,5 Metern und einer Seitenhöhe von 8,6 Metern. Auf jeder Seite des Sockels befindet sich ein 6 Meter hoher Eingang. Er hat drei Dachtraufen, aber nur zwei Stockwerke. Die drei Dachtraufen verstärken nicht nur die Schönheit des Glockenturms, sondern reduzieren auch die Auswirkungen von Regen. Im Inneren des Gebäudes führt eine Wendeltreppe nach oben. Die grauen Ziegel des quadratischen Sockels, die dunkelgrün glasierten Dachziegel, die Vergoldung des Daches und die vergoldeten Farbmalereien machen den Turm zu einem farbenfrohen und eindrucksvollen Meisterwerk der Ming-Architektur.

Etwa 200 Meter nordwestlich des Glockenturms steht sein „Schwestergebäude“, der Trommelturm. Die Glocke und die Trommel im Glockenturm und im Trommelturm erklangen in der Vergangenheit Tag für Tag und zeichneten so den Lauf der Zeit auf.

Direkt dahinter beginnt das muslimische Viertel. Es ist einer der belebtesten Stadtteile in der Innenstadt von Xi’an und besteht aus mehreren Straßen, darunter die parallel verlaufenden Nord-Süd-Straßen Beiyuanmen und Bei Guangjijie sowie die parallel verlaufenden Ost-West-Straßen Xiyangshi und Dapiyuan. Mehr als 60.000 Muslime leben in diesem Viertel, was es zur größten muslimischen Gemeinde in Xi’an und zu einem Ort islamischer Kultur macht.

Hier sieht man nochmals den Trommelturm aus der Perspektive der Straße Beiyuanmen heraus.

Auf der Straße Beiyuanmen streckt sich das Angebot an Speisen über eine Strecke von ca. 500 Metern. Leider wiederholt sich das Angebotene immer wieder.

Nach dem Abbiegen in eine Seitenstraße kann ich diesbezüglich auch keine Änderung feststellen.

Hier kann ich mal etwas Neues erkennen. Ein Stand mit der auch in Thailand bekannten Durian oder auch Stinkefrucht genannt.

Obwohl hier überall schon reger Fußgängerverkehr herrscht, rauschen hier ständig hupender Roller oder diese Gefährte durch die Menschenmengen.

Zu meinem nächsten Ziel fahre ich wieder ein paar Stationen mit der Metro. Zur Bezahlung nehme ich den generierten QR-Code in Alipay. Bei Aussteigen fällt mir an dieser Station eine Automat auf, an dem man auch Tageskarten für die Metro kaufen kann.

Diese Automaten gibt es aber nicht an allen Stationen und man kann direkt die 24-Stunden (15.- Yuan) und die 72-Stunden Karte (40.- Yuan) wählen.

Vor der Station lande ich bei diesem großen Tor, welches zum Ci’en Tempel und der Großen Wildgänse Pagode führt.

Auch diese beiden Filialen der Restaurant Ketten KFC und McDonalds sind in entsprechenden Gebäuden untergebracht.

Die umgrenzte Tempelanlage darf erst nach Sicherheitskontrolle und Kauf einer Eintrittskarte betreten werden.

Auf einem angrenzenden freien Platz befindet sich diese Statue, die von Vielen als Fotomotiv genutzt wird.

Wie man sieht hat es mittlerweile aufgeklart, die Sonne scheint und der Himmel ist Blau. Es sind viele Leute in dem Park um den Tempel, mit vielen schattigen Plätzen, unterwegs.

Entlang dieses Weges befinden sich einige Bronze farbigen Skulpturen, die damalige Alltagsszenen nachspielen sollen.

Diese Statuen aus Stein sind in die Grünflächen integriert. Sie stellen einen romantischen Dichter und einen Kalligraph (Künstler des schönen Schreibens) aus dem 8. Jahrhundert dar.

In dieser Mall, die drinnen größer ist, als sie von draußen aussieht, sind alle Marken vertreten, die man so kennt.

Von hier aus mache ich mich wieder auf den Rückweg zu meiner Unterkunft. Mit der Metro steige ich in der Nähe der Kleinen Wildgänse Pagode aus.

Vor dem Eingang stehen einige Reisebusse und drinnen sind viele Leute, weshalb ich meinen Weg in Richtung Apartment zu Fuß fortsetze. Zum Abendessen schaue ich mich Heute in der Nähe um und finde tatsächlich unweit einen Laden.

Wenn auch die Übersetzungen nicht zu 100% sind, werden die Speisen hier auch in Englischer Sprache und mit Preisen dargestellt.

Ich bestelle mir eine Reis-Nudelsuppe mit gekochtem Rindfleisch. Der Geschmack des Fleisches erinnert mich an Rindfleisch mit Meerrettich in Deutschland und das Essen ist durchaus genießbar und macht satt. Wenn nicht, hatte mir die Köchin noch angeboten, wenn es nicht reicht, könnte ich nachgeschöpft bekommen.

Für den Preis von 20.- Yuan war das durchaus in Ordnung. Morgen geht es weiter zu meiner letzten Station der aktuellen Reise.



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