Hier oben ist die Haupthalle des Bahnhofes JB Sentral in Johor Bharu. Auf dem Bild rechts sieht man den Ein-/Ausgang B, an dem die Rolltreppe endet und wir ankommen.

Der Zugang für die Abfahrten nach Woodlands CIQ mit dem Tebrau Shuttle ist A. Wie man auf der Tafel sieht ist die Abfahrt des nächsten Shuttle Nr. 79 um 12:45 Uhr. Da wir laut Fahrplan ein paar Minuten früher angekommen sind, ist es jetzt 12:28 Uhr und ich hätte für diesen Zug noch 8 Minuten Zeit für das Boarding. Das Boarding öffnet immer genau 30 Minuten vor Abfahrt und schließt ca. 10 Minuten vor Abfahrt.

Da ich nicht sicher war diesen Zug erreichen zu können, hatte ich einen Platz im Nächsten Nr. 81 (Abfahrt 14 Uhr) reserviert und muss jetzt ca. 1 1/2 Stunden warten. Wer nicht reserviert hat, bekommt jetzt erst den nächsten freien Platz für den Shuttle um 17 Uhr. Oft ist es garnicht möglich für den gleichen Tag noch ein Ticket zu bekommen. Dann bleibt einem nur die Einreise nach Singapur mit einem der Busse zu machen. Ich schlendere zunächst ein bisschen durch die sehr belebte Halle mit vielen Geschäften.

Kurz vor 13 Uhr setze ich mich direkt an den Zugang A und warte bis wir zur Malaysischen Immigration und dann zum Zug dürfen.

Kurz nach 13 Uhr hat sich schon eine lange Schlange für den Zugang A gebildet. Manche stellen ihren Koffer in die Schlange und nehmen dann wieder irgendwo an anderer Stelle Platz. Neben mir sitzt eine Chinesische Frau mit Pass in der Hand. Sie macht keine Anstalten sich anzustellen. Da werde ich mich mal an ihr orientieren und ihr nacheifern.

Pünktlich um 13:25 Uhr wird das Absperrband zum Zugang A entfernt und die Schlange kommt in Bewegung, die Frau neben mir läuft auch rein. Ich folge ihr und wir sind ziemlich vorne in einer der 4 Reihen an den 4 Lesegeräten, an denen man seinen Reisepass (verknüpft mit dem Ticket) zum Zugang scannen muss. Hier müssen wir wieder warten und pünktlich um 13:30 Uhr werden die Scanner freigegeben. Da ich quasi vorne war, konnte ich direkt an einen freien Immigrationschalter, während andere das automatische Ausreisegate nutzten. Ich bekam meine Ausreisestempel (Rot) direkt neben den zur Einreise vor 2 Tagen.

Nach der Passkontrolle musste man sein Gepäck durch einen großen Scanner laufen lassen, bevor man in einen nicht allzu großen (schätzungsweise 20 X 15 Meter) Raum gelangt. Dort bildeten sich wieder Schlangen vor der Glastüre, die zu den Bahnsteigen führt. Eine Schlange ging bis zu den Immigration Schaltern, da nicht genügend Platz für Alle im Raum war. Nachdem alle Passagiere aus dem ankommenden Shuttle Nr. 80 ausgestiegen und an uns seitlich vorbeigelaufen waren, wurde um 13:53 Uhr der Zugang für uns freigegeben. Da ich wieder ziemlich vorne war, war ich einer der Ersten am Bahnsteig 4, wo der Shuttle (nun Nr. 81) stand.

Ich stieg in den (in Fahrtrichtung) letzten Wagen ein. Gemeinsam mit einer Begleiterin einer älteren Dame im Rollstuhl blieb ich im Gang an der Türe stehen, während sich das Abteil füllte.

Pünktlich (wie übrigens hier alles was Bahn und so betrifft überpünktlich ist) fuhren wir um 14 Uhr los in Richtung Singapur. Eine Brücke führt über die Meerenge zwischen Malaysia und Singapur zum Kontrollpunkt Woodlands CIQ. Eine weitere Brücke, an der gebaut wird, sieht man im Hintergrund, die Fahrt dauerte nur etwa 5 Minuten.

Bei der Ankunft und nach dem Ausstieg aus dem Tebrau Shuttle, muss man direkt am Bahnsteig durch eine der Glastüren und steht quasi an den einzelnen Wartebereichen zur Singapur Immigration.
Digitale Anmeldung Einreise Singapur – MyICA App
Bereits Vorgestern Morgen habe ich mich für die Einreise nach Singapur registriert. Wie auch in Malaysia ist dies frühestens 2 Tage vor geplanter Einreise möglich. Zu diesem Zweck hatte ich mir die iOS Aps „MyICA Mobile“ heruntergeladen. Ein Profil mit den erforderlichen Daten (Person, Pass) kann man sich schon vorab anlegen und es immer wieder für eine neue Reiseanmeldung benutzen. Auf der Einstiegseite (links) wählt man als Besucher „Foreign Visitor“ aus und wenn man nicht als Gruppe reist die Auswahl „Einzelantrag“. Als Sprache konnte ich zunächst nur Englisch auswählen, das dann alles in Deutsch angezeigt wird, ging automatisch.

Jetzt wählt man das Ankunftsdatum in Singapur aus und wie man sehen kann, ist es es am 07.08. nur möglich sich für den 07.08. bzw. die beiden folgenden Tage zu registrieren. Gleichzeitig muss man das Abreisedatum, welches natürlich in der Zukunft liegen muss, eintragen. Auf der folgenden Seite (rechts) wird dann gefragt, wie man nach Singapur einreist. Sämtliche Antworten können über ausgefüllte Drop-Down Felder ausgewählt werden.

Auch bei der Angabe der Adresse in Singapur sind jede Menge Hotels in den Felder auswählbar, so dass ich sogar Meines finden konnte. Auf der nächsten Seite sind Angaben zu den Orten der Ein- und auch der Ausreise zu machen.

Nach Abgabe der Erklärung (links) und ein paar Bestätigungen, das alle Angaben wahrheitsgemäß gemacht wurden, ist die Anmeldung erledigt.

Während der Zugfahrt, habe ich gestern Morgen entdeckt das man jetzt für Grenzübertritte nach Singapur auf dem Landweg (also auch Woodlands) einen QR-Code generieren lassen kann.

Nachdem ich quasi alles vorab registriert hatte, sollte beim Grenzübertritt nichts mehr schief gehen. Es gibt Wartebereiche für Einwohner Singapurs und auch eine Einreise nur mit Lesegeräten. Ich ging direkt zu einem Schalter für alle Pässe, der mit einer Immigration Beamtin besetzt war. Ich musste nur kurz warten, da nur eine Frau vor mir war. Da der Zug mit 300 Personen besetzt war, bildete sich hinter mir eine lange Schlange. Als ich dran war, gab ich meinen Pass durch das Fenster.
Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass man mit dem QR-Code in der MyICA-App, anstatt den Reisepass vorzulegen, den Code scannen lassen kann. Dafür war also der QR-Code! Egal, dass mit dem Pass dauerte bestimmt nicht wirklich länger.
Es wurde dann ein Foto mit der Webcam gemacht und ich musste die Abdrücke beider Daumen scannen lassen. Als ich meinen Pass zurück bekam fragte ich, ob ich beim nächsten Mal die automatische Gates benutzen kann. Die freundliche Beamtin bejahte dies. Einen Einreisestempel gibt es, was auch meinen Reisepass schont, nicht mehr. Deutsche bekommen ohne Visum einen Aufenthalt zu touristischen Zwecken von 90 Tagen. Dies kann man sich nach der Einreise ebenfalls in der MyICA-App anzeigen lassen.

Als ich bei der Immigration fertig bin, ist es genau 14:10 Uhr und damit sind seit der Abfahrt des Tebrau Shuttle pünktlich um 14 Uhr und einer Fahrtzeit nach Woodlands CIQ von 5 Minuten, genau weitere 5 Minuten für die Einreise nach Singapur vergangen.

Nicht schlecht würde ich mal sagen. Die Einreise nach Singapur ist erfolgt und damit nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“ mein Hauptziel der Reise „Mit dem Zug von Bangkok nach Singapur“ geschafft. Die nächsten Tage hier werde ich, ohne vorher große Pläne gemacht zu haben, angehen.

Nach der Brücke über die Gleise geht es rechts und dann mit der Rolltreppe einen Stock tiefer zum Ausgang vor den Bahnhof. Es ist schon gut ausgeschildert, wohin man muss, um zur Bushaltestelle zu kommen.

Die Bushaltestelle hier heißt Woodlands Checkpoint und ich möchte eigentlich zur MRT Haltestelle Marsilling (NS8). Ich steige in den ersten Bus der kommt ein. Es geht alles so schnell, dass ich keine Fotos mehr machen kann und auch die Busnummer nicht mehr weiß. Hier steigt man vorne ein und bezahlt beim Fahrer in Bar (passend, kein Wechselgeld) und man scannt eine Karte (z.B. EZL Guthabenkarte, aber Kredit- oder Debitkarten) an einem Kartenleser. Ich probiere meine VISA Debitkarte und der grüne Haken gepaart mit dem Quittungston kommt.

Da der Bus in die für mich falsche Richtung fährt und ich mir sicher bin, ob ich richtig bin, steige ich,nach erneutem scannen meine Karte am Ausgang in der Busmitte aus. Genau richtig, denn als ich aussteige wird der Bus von ca. 100 Moslems mit Kopfbedeckung geflutet, die wahllos vorne und in der Mitte einsteigen. Sind bestimmt um diese Zeit zum Freitagsgebet unterwegs. Direkt nach dem Aussteigen kommt ein weiterer Bus, der auf der Anzeigetafel MRT zeigt. Da steige ich ein und scanne meine Debitkarte erneut. Das ich nicht zur Station Marsiling komme hatte ich mir schon gedacht, aber egal, Hauptsache MRT. Wie auf der nachfolgenden Grafik zu sehen ist, hat Singapur einige MRT- und LRT-Linien.

Ich lande letztendlich an der Station Woodlands (NS9), also eine Station weiter, in Richtung Innenstadt, als Marsiling. Auch hier ist es problemlos am Zugang zu den Gleisen die Debitkarte zu scannen und damit die Fahrt zu bezahlen.

Die Züge fahren alle paar Minuten und somit muss ich nicht langer warten bis die nächste Bahn der Nord-Süd-Linie (NS) in Richtung Marina South Pier kommt. Übrigens, die NS-Linie war Singapurs erste MRT-Linie. Die 27 Stationen entlang der 45 km langen Linie bedienen eine große Anzahl von Wohnsiedlungen und bringen Pendler von Jurong East zum Marina South Pier.

Das ich ca. 35 Minuten (15 Stationen) fahren muss, bin ich froh einen der raren Sitzplätze zu ergattern. Mein Internet mit der Mobimatter eSIM funktioniert hier übrigens einwandfrei, so dass ich die nächsten Tage noch fast 30GB Datenvolumen zur Verfügung habe.

An der Station Dhoby Ghout (NS24) steige ich aus bzw. um in die Circle Line (CC1) in Richtung Harbourfront. Die Circle Line (Ring Linie) ist eine automatisierte (ohne Fahrer) MRT-Linie und jeder Zug besteht aus drei Wagen.

Zum Umsteigen muss man übrigens nicht die Station verlassen. Auch ist der Weg ziemlich kurz, worüber ich mit Gepäck dankbar bin.

Diese Bahn ist nicht so voll, wie die in der in zuvor war und man kann problemlos einen Sitzplatz bekommen. Ich sitze ganz vorne neben der Frontscheibe. Da wir aber nur im Tunnel fahren, gibt es nichts sehenswertes zu fotografieren.

Und schon eine Station später, an der Station Bras Basah (CC2) steige ich schon wieder aus. Auf der gegenüberliegenden Seite ist auch gerade eine Bahn, in Richtung CC1, angekommen.

Die Zugangs- und Ausgangstore sehen ähnlich aus, wie bei der MRT (U-Bahn) in Bangkok.

Nach dem Scannen meiner Debitkarte kommt der grüne Haken und die Schranke öffnet sich.

Singapur soll ja bei Einigem teuer sein, aber beim öffentlichen Nahverkehr sicher nicht. Für die MRT-Fahrt von 22,4 Kilometer zeigt der Fare Calculator einen Preis von 2,16 SG$ (ca. 1,50 Euro) an. Mal schauen wieviel ich Morgen abgebucht bekomme. In Singapur werde die Fahrten für den ganzen Tag gesammelt und dann auf einmal abgebucht. Dazu kommt pro Tag (egal wieviele Fahrten) eine Gebühr für ausländische Karten in Höhe von 0,60 SG$ (ca. 0,42 Euro), die mit abgebucht wird.

Vom Ausgang der MRT Station sind es bis zum Hotel nur etwas mehr als 100 Meter zu laufen. In dieser Gegend gibt es eine Menge (auch katholische) Kirchen. Dieser ist zwischen Station und Hotel.

Hier ist meine Unterkunft für die nächsten 3 Nächte für ca. 60.- Euro (ohne Frühstück) pro Nacht. Das ist in Singapur für ein 3 Sterne Hotel kein schlechter Preis und die Lage ist auch ganz in Ordnung.

An der Rezeption ist momentan Niemand, es kommt aber gleich Jemand aus dem angrenzenden Raum und gibt mir die Schlüsselkarte, nachdem meine Daten aufgenommen wurden.

Ich bekomme ein Zimmer nach hinten raus, in einem höheren Stockwerk. Das Zimmer ist schon ein etwas älteres Semester mit einem dicken Teppichboden und soliden Möbeln.

Ich habe (auf Wunsch) ein Zimmer mit 2 kleinen Betten bekommen. Da kann ich das 2. Bett als Ablage für meine Sachen und die Bekleidung nutzen.

Das Bad hat eine Dusche mit Glasschiebetüre, die mir vom Typ her zusagt. Das ist sehr viel besser als zum Duschen in eine hohe Badewanne steigen zu müssen.

Leider gibt es im Zimmer keinen Kühlschrank oder so eine kleine Minibar. Auch Eiswürfel werden hier im Hotel angeboten. Auf Nachfrage werde ich auf diesen Automat, der außerhalb des Hotels, hinter der Rezeption, steht.

Es ist 15:45 Uhr als ich soweit fertig bin und das Hotel wieder verlasse. Ich habe Hunger bekommen und komme zufällig an diesem Foodcourt, nicht weit entfernt, vorbei.

An diesem Stand bleibe ich hängen und bestelle mir eine Kleinigkeit.

Eine Nudelsuppe, mit Hackfleisch und Fischbällchen, bekomme ich für 4.- SG$. Der aktuelle Umtauschkurs lautet 1.- Euro = 1,44 SG$.

Nach dem Essen laufe ich weiter zum Einkaufszentrum Raffles City. Dort soll es einen großen Supermarkt geben, in dem die Preise etwas günstiger sind, als in den kleinen Supermärkten wie 7Eleven. Von weitem sehe ich das Marina Bay Sands Hotel und zoome es etwas verschwommen ran. Morgen muss ich unbedingt näher ran und ein paar Fotos machen.

Heute ist in Singapur der Nationalfeiertag, weshalb überall irgendwelche Veranstaltungen und Konzerte stattfinden. Überall stehen Mannschaftswagen der Polizei und viele Polizisten sind auf Streife unterwegs. Im Einkaufszentrum ist einiges los, bei Subway ist eine riesen Schlange bei der Bestellung. Keine Ahnung wie lange man da warten muss, bis man sein Gericht bekommt.

Der Supermarkt hat eine große Frischeabteilung und diese gegrillten Hähnchen und Schweinhaxen sehen super lecker aus und sind auch vom Preis ganz in Ordnung.

Ich nehme mir ein paar Getränke mit und mache mich wieder auf den Heimweg. Als ich vor die Türe komme, fängt es an sehr stark zu regnen. Da ich natürlich meinen Schirm nicht mitgenommen habe, da beim Verlassen des Hotels die Sonne schien, muss ich mich vor dem Fairmont Hotel unterstellen. Den gleichen Gedanken hat auch diese Polizistin mit ihrem BMW Motorrad.

Schräg gegenüber befindet sich das historische weltbekannte 5 Sterne Luxushotel Raffles. Das ist für mich einige Preisklassen zu hoch.

Ich muss eine ganze Weile warten, bis es wieder aufgehört hat zu regnen. Nach überqueren der Straße sehe ich am Hotel, auf einem Schild, Werbung für einen Singapore Sling, einen Cocktail auf Gin-Basis. Dieser Longdrink wurde 1915 von Ngiam Tong Boon, einem Barkeeper in der Long Bar im Raffles Hotel, entwickelt und ist seitdem sehr bekannt und beliebt.

Nachdem ich wieder im Zimmer bin, schaue ich noch ein bisschen auf Netflix eine Serie. Doch schon sehr bald fangen meine Augen an zuzufallen und ich lege mich hin und schlafe auch bald tief und fest ein.


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