März 2013 – Idee und Vorbereitungen
Im Mai 2013 habe ich mich entschlossen mit dem Zug von Deutschland nach Peking/China zu fahren, nachdem ich in den letzten Wochen viel über genau diesen Trip im Internet gelesen habe.
Die genaue Strecke habe ich mir bereits zurecht gelegt, sie soll in etwa so aussehen:
Fahrt mit dem Auto nach Frankfurt/Main

Zugfahrt im Schlafwagen mit dem Nachtzug von Frankfurt/Main nach Wien und weiter mit der Regionalbahn nach Bratislava/Slowakei

Fahrt mit dem Schlafwagen (2 Tage / 2 Nächte) durch die Slowakei und durch die Ukraine nach Moskau

2 Tage mit 1 Übernachtung und Sightseeing in Moskau

Fahrt mit der Transmongolischen Eisenbahn im Schlafwagen (6 Tage / 6 Nächte) über die Mongolei nach Peking/China

4 Tage mit 3 Übernachtungen und Sightseeing in Peking

Rückflug von Peking (über Abu Dhabi) nach Frankfurt/Main

März 2013 – Tickets und sonstige Buchungen
Nachdem ich mir nun im Klaren war, wie der Trip in etwa aussehen soll und ich auch die Reisezeit ungefähr festgelegt hatte, begann ich mich über die Möglichkeit an Zugtickets zu kommen, zu informieren.
In einem sehr interessanten Blog hatte ich über das City Star Ticket der Slowakischen Eisenbahn gelesen. Da es eine gute und günstige Alternative für Zugreisen von jedem Ort der Slowakei zu jedem Ort in Russland (durch die Ukraine) ist, aber nirgendwo geschrieben stand, ob es aktuell noch zu bekommen ist, schrieb ich kurzer Hand eine Mail an die Slowakische Bahn. Bereits 3 1/2 Stunden später bekam ich von dort eine Antwort, die bestätigte, dass das Ticket noch erhältich ist.
Das Ticket ist in verschiedenen Varianten und für verschiedene Klassen erhältlich.
- Klasse Fahrtstrecke < 1500KM = 98,40 Euro / 1 Person (z.B. Bratislava – Moskau)
- Klasse Fahrtstrecke < 1500KM = 152,60 Euro / 1 Person (z.B. Bratislava – Moskau)
- Klasse Fahrtstrecke > 1500KM = 134,40 Euro / 1 Person (z.B. Bratislava – Vladivostok)
- Klasse Fahrtstrecke > 1500KM = 206,60 Euro / 1 Person (z.B. Bratislava – Vladivostok)
Für eine 2. Person ist das Ticket dann nochmal deutlich reduziert, soweit ich weiß 50%.
Die Tickets sind allerdings nur an Bahnhöfen in der Slowakei erhältlich und gelten für eine festgelegte Fahrtstrecke innerhalb von 30 Tagen, also auch für eine Hin- und Rückfahrt.
Zu den oben stehenden Preisen kommt dann jeweils noch die Reservierungsgebühr des entsprechenden Zuges hinzu. Dieser Preis ist abhängig von derLänge der Fahrtstrecke und der Klasse, in der gereist werden soll.
Hier kann schon nochmal ein höherer Betrag zusammen kommen. Die Reservierungsgebühr für die Strecke Bratislava – Moskau (3-er Schlafwagen, 2. Klasse) beträgt z.B. 29.- Euro. Für die 1. Klasse (2-er Schlafwagen) werden 48.- Euro pro Person fällig.
Nachdem ich nun diese Preise hatte, schrieb ich verschiedene Veranstalter, die Zugreisen nach Russland bzw. Peking anbieten, per Mail an.
Ich wollte mit einem Sparpreis Europa Slowakei von Deutschland nach Bratislava und von dort mit dem City Star Ticket zunächst nach Moskau. Von Moskau wollte ich mit dem Zug 004 ohne Umsteigen nach Peking. Da das City Star Ticket aber nur ín Russland gültig ist, benötigte ich ab der Mongolischen Grenze noch eine Fahrkarte nach Peking.
Ich fragte also nach, ob man mir folgendes besorgen kann:
- Reservierung Bratislava – Moskau / Zug-Nr. D609/8819/8860
- Reservierung Moskau – Ulan-Ude / Zug-Nr. 004
- Reservierung + Fahrkarte Ulan-Ude -Peking / Zug-Nr. 004
Die Antworten ließen nicht lange auf sich warten und es stellte sich schnell heraus, dass dies so nicht buchbar ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hätte für die Fahrt von Moskau nach Ulan Ude einen anderen Zug nehmen müssen und dann in Ulan Ude in den Zug 004 umsteigen. Dies bedeutete aber, dass ich keine 2 kompletten Tage für Sightseeing in Moskau gehabt hätte. Hierzu muß noch erwähnt werden, dass der Zug 004 (Moskau-Peking) nur 1 Mal pro Woche in Moskau (immer Dienstags, 21:35 Uhr) abfährt.
Kurzum habe ich mich dann für ein preislich gutes Angebot (ohne City Star Ticket) einer bekannten Bahnagentur in Berlin, welches auch meinen Plänen gerecht wurde, entschieden.
Das Angebot lautete:
- Frankfurt – Wien im Liegewagen 4er, 2. Klasse
- Wien – Bratislava im Regionalexpress, 2. Klasse
- Bratislava – Moskau im Schlafwagen 2er, 1. Klasse
- Moskau – Peking im Schlafwagen 2er, 1. Klasse
Gesamtpreis: € 1094,20
Von dort wurde mir auch ein Visaservice für alle 3 Visa (Russland / Halbexpress, China und Mongolei), die ich benötige, für komplett € 252,00 angeboten.
Für die 1 Übernachtung in Moskau habe ich über Booking.com das Best Western Vega Hotel & Convention Center für 3000.- Rubel (ca. 74.- Euro) reserviert. Es scheint ein recht ordentliches Hotel zu sein, welches direkt neben einer Metrostation liegt, von wo der Rote Platz in ca. 15 Minuten zu erreichen ist.
Die 3 Übernachtungen in Peking habe ich direkt bei Accorhotels.com reserviert. Hier habe ich mich für das Ibis Beijing Dongdaqiao entschieden. Es war zum Preis von insgesamt 1092.- CNY (ca. 136.- Euro) inklusive Frühstück zu bekommen.
Den Rückflug von Peking nach Frankfurt/Main habe ich noch nicht gebucht. Die Flüge sind derzeit für ca. 400.- Euro zu bekommen.
03.05.2013 – Wie auf glühenden Kohlen sitzen
Heute ist Freitag der 03.05.0213 und genau in einer Woche soll es los gehen.
Da ich bis jetzt weder die Zugtickets, noch meinen Pass mit den Visa zurück habe, hatte ich bereits vorletzte Woche telefonisch Kontakt mit dem Reisebüro. Da wurde mir gesagt, dass das Russische Visa durch wäre, mein Pass gerade bei der Mongolischen Botschaft sei und dann zur Chinesischen ginge.
Das ich auf Grund der kurzfristigen Buchung die Visa auf dem letzten Drücker erst bekomme, hatte ich mir ja gleich gedacht, aber langsam sitze ich wie auf glühenden Kohlen und habe heute wieder beim Reisebüro angerufen. Ich bekam die Auskunft, mein Pass käme am Dienstag von der Chinesischen Botschaft zurück und würde mir dann am gleichen Tag, mit den Zugtickets, die schon Wochen beim Reisebüro liegen, per DHL-Express zugesandt. Wenn alles gut läuft, sollte alles am Mittwoch (2 Tage vor Abreise und Donnerstag ist Feiertag) bei mir sein. Naja, schaun wir mal.
Meinen Flug habe ich in der Zwischenzeit auch gebucht. Ich habe mich für einen Flug mit Etihad (kurzer Zwischenstop in Abu Dhabi) für CNY 3383.- (422,95 Euro) entschieden. Es war zwar nicht ganz der billigste Flug und auch nicht die kürzeste Verbindung, aber mit diesem Flug könnte ich mal den Silver Status beim Vielfliegerprogramm von Etihad erreichen.
08.05.2013 – Die Tickets sind da
Wie versprochen ist heute Nachmittag ein Kuvert mit DHL Express angekommen.

Meinen Original-Reisebericht hatte ich damals in einem anderen Portal live unter dem Pseudonym 1000Baht geschrieben, weshalb dies auf den Lichtbildern erscheint.
Im Kuvert war mein Pass mit den 3 Visa für Russland, Mongolei und China.



Im Kuvert waren auch die Zugtickets. Wie unschwer zu erkennen ist, wurden für die Fahrt von Frankfurt/Main bis Moskau insgesamt 4 verschiedene Fahrscheine ausgestellt.
- Frankfurt/Main – Kosice (Slowakei)
- Kosice (Slowakei) – Chop (Ukraine)
- Chop (Ukraine) – Zernovo (Russland)
- Zernovo (Russland) – Moskau

Dann noch 2 Fahrscheine für die Reservierungen. Eine Reservierung für die Fahrt von Frankfurt/Main nach Wien (wurde für den vereinbarten Preis sogar 2-er Schlafwagen, anstatt 4-er Liegewagen gebucht) und die zweite Reservierung für die Fahrt von Bratislava nach Moskau (ebenfalls 2-er Schlafwagen).

Außerdem das Fahrscheinheft der Russischen Eisenbahn mit dem Fahrschein und der Reservierung für die gesamte Strecke von Moskau bis Peking.

Nachdem dies nun wirklich auf dem letzten Drücker noch geklappt hat, habe ich gestern eine schlechte Nachricht per Mail erhalten. Meine Kreditkarte, die ich weltweit ohne Auslandseinsatzgebühr nutzen kann, wurde vorsichtshalber gesperrt. MasterCard hatte meinen Aussteller darüber informiert, dass die Daten meiner Kreditkarte im Zuge eines Einsatzes in der Vergangenheit eventuell ausgelesen wurden.
Da momentan einige Reiseveranstalter in der Presse sind, bei den Daten gehackt wurden, denke ich dass das da gewesen sein muss, als ich eine Reise gebucht habe. Eine neue Karte bekomme ich in etwa 10 – 14 Tagen. Zu spät, um sie noch mitnehmen zu können.
Tag 1 – 10.05.2013 – Nach Wien mit EN 421
Es ist soweit, heute geht es los. Am frühen Abend mache ich mich mit dem Auto auf den Weg in Richtung Frankfurt/Main. Über die Autobahn A5 fahre ich am Frankfurter Flughafen vorbei.

Nach dem Abbiegen auf die A3 Richtung Würzburg geht es auch schon gleich die nächste Abfahrt runter und an der Frankfurter Commerzbank Arena vorbei.

Unmittelbar danach kommt der Park & Ride Parkplatz der S-Bahn Haltestelle Frankfurt-Stadion, dort stelle ich mein Fahrzeug ab.

Hier gibt es immer genügend kostenlose Parkplätze und mit der S7, S8 oder S9 sind es nur 2 Stationen, 7-9 Minuten (je nach Linie) und 2,60 Euro zum Frankfurter Hauptbahnhof. Der Zug EN421 (Euronight) kommt aus Köln und startet dort planmäßig um 20:05 Uhr und soll planmäßig in Wien Westbahnhof am nächsten Morgen um 08:56 Uhr ankommen.

In Frankfurt/Main Hbf kommt der Zug planmäßig um 22:43 Uhr an und startet super pünktlich um 23:00 Uhr.

Ich habe im Schlafwagen das untere Bett in einem 2-er Abteil (Wagen 254, Bett Nr. 21).

Es ist alles sehr beengt im Abteil, vor allem wenn man viel Gepäck hat. Mein Mitbewohner kommt kurze Zeit nach mir und hat wirklich eine Menge Gepäck. Er kommt auf die glorreiche Idee die Österreichische Zugbegleiterin zu fragen, ob es vielleicht ein leeres Abteil gibt. Und tatsächlich, dass 2-er Abteil neben mir ist leer und er kann dort einziehen. Ich habe damit auch mein Abteil für mich alleine und das ist super gemütlich.

Frühstück gibt es 1 Stunde vor dem Halt und wird im Abteil serviert. Aus einer kleinen Karte kann man sich 6 Sachen aussuchen, die kostenlos sind. Für jede weitere Wahl wird 1.- Euro fällig. Ich habe mir Kaffee, Orangensaft, Brötchen, Butter, Marmelade und Honig ausgesucht.
Die Fahrtstrecke geht über Würzburg – Nürnberg – Regensburg – Passau – Grenze Österreich – Linz – St. Pölten nach Wien.
Tag 2, 11.05.2013, Von Wien nach Kosice
Also richtiges Schlafen ist irgendwie anders. Durch das ständige Ruckeln beim Anfahren und Halten wache ich immer wieder auf. Zum Glück war ich sehr müde und konnte immer wieder gut Einschlafen, so dass es insgesamt ganz OK war. Als der Zug hält bin ich richtig wach und mache das Rollo hoch, wir sind in Passau.

Allerdings ist es schon 06:15 Uhr, das bedeutet der Zug hat etwa eine ¾ Stunde Verspätung. Mein Plan ist in Wien-Hütteldorf (1 Station vor dem Endhaltepunkt Wien-Westbahnhof) auszusteigen und dann mit der S-Bahn (S60) nach Wien Hbf und weiter mit dem Regional Express (REX2514) nach Bratislava. Zum Umsteigen stehen mir 35 Minuten zur Verfügung, weshalb es knapp werden könnte. Ich habe gehört, dass die Nachtzüge immer Verspätung haben, schauen wir mal.
Die Fahrt geht über Schärding und Wels nach Linz. Seit ich in Österreich bin regnet es und der Himmel ist total grau und. In Linz fährt der Zug 07:25 Uhr ab, was bedeutet, dass es nur noch ca. 35 Minuten Verspätung sind und ich meinen Anschluss erreichen könnte. Mein Frühstück wird wie bestellt, mit der aktuellen Kronenzeitung, serviert.

Um 09:10 Uhr fährt mein Zug mit 23 Minuten Verspätung auf Gleis 3 des Bahnhofes Wien-Hütteldorf ein.

Meine Anschluss S-Bahn steht schon auf Gleis 6 und ich kann direkt einsteigen.

Innen sehen die S-Bahnen hier ähnlich aus wie in Deutschland.

Am Wiener Hbf komme ich um 09:41 Uhr auf Gleis 11 an, von dort soll es um 10:21 Uhr auch nach Bratislava weitergehen. Ich laufe ein bisschen herum und schaue mir die Baustelle an, die um den Bahnhof herum ist. Es gibt ein paar kleine Läden und einen Fahrkartenverkauf, sonst nichts. Im Warteraum unterhalb der Gleise gibt’s es super schnelles Wifi, kostenlos. Pünktlich um 10:21 Uhr fährt der Regional Express los.

Eine knappe Stunde später erreichen wir das Staatsgebiet der Slowakischen Republik und ab dem ersten Haltepunkt (Devinska Nova) in der Slowakei ändert sich auch die Zugnummer und wird zu Os2514.

Mit ein paar Minuten Verspätung komme ich in Bratislava hl.st. an. Nach einem kurzen Marsch durch den Bahnhof, entdecke ich eine Gepäckaufgabe.


Da ich über 2 Stunden Zeit habe und meinen schweren Koffer nicht herum schleifen will, gebe ich ihn dort ab. 2 Stunden abgeben gibt es nicht, ich muss 2,50 Euro bezahlen und das gilt bis 00:00 Uhr. Auf Deutsch reagiert der Angestellte dort nicht, er meint: „I speak English!“. Ich denke, ich auch, also dann eben Englisch. Im Bahnhof und wenn man vor den Bahnhof geht, sieht man gleich, dass Bratislava nicht ganz so modern ist (zumindest in diesem Bereich), wie andere europäische Hauptstädte.

Für eine Städtetour reicht meine Zeit nicht aus, aber ich schlendere ein bisschen herum und da es schon 12:00 Uhr vorbei ist und ich langsam Hunger bekomme, kommt mir ein Asiatischer Schnellimbiss, an dem ich vorbei laufe, wie gelegen.

Ich bestelle mir Nudeln mit Hühnchen und Gemüse und eine Coke Zero, alles zusammen 4,60 Euro. Na also, es kommt eine riesen Portion, schmeckt lecker und auch die Preise sind noch nicht so modern. Als ich zum Bahnhof zurückkomme, steht auch mein Zug schon auf der Anzeigetafel.

R609, Abfahrt um 13:53 Uhr von Gleis 3. Auf dem Bahnsteig sehe ich dann, dass es sich um einen ewig langen Zug handelt, an dem ganz am Ende der Kurswagen Nr. 382 (Schlafwagen) nach Moskau angehängt ist. Vor dem Wagen steht der Schaffner und verlangt nach meiner Fahrkarte. Ich gebe ihm 3 Fahrkarten und die Reservierung für mein 2-er Abteil. Zu wie es aussieht versteht er nur Russisch und schaut meine Fahrkarten mehrmals durch. Scheint in Ordnung zu sein und er gibt mir zu verstehen, dass ich in mein Abteil gehen kann.

Es ist ein Bett unten (Platz 31) für mich reserviert. Das Abteil ist etwas herunter gekommen. Es ist nicht ganz so eng wie in der Vornacht, aber zu zweit hat man auch nicht so viel Platz. Zumindest ist deutlich mehr Platz für Gepäck vorgesehen, was schon mal nicht schlecht ist.

Bei der Abfahrt um 13:55 Uhr bin ich noch alleine im Abteil, mal sehen, wie lange das so bleibt. Um 14:50 Uhr ist in Piestany eine etwas dicke Frau eingestiegen und hat im Abteil neben mir Platz genommen. Seit 15 Minuten ist auf dem Gang jetzt eine Rennerei und andere Frauen ziehen in andere Abteile, ich denke, die dicke Frau braucht einfach mehr Platz. Um 16:39 Uhr fährt der Zug aus Zilina aus, das Wetter ist immer noch trüb.

Mittlerweile (17:28 Uhr) ist der Zug in Ruzomberok losgefahren und es kommen die ersten Sonnenstrahlen heraus. Auf den Bergen, die man im Hintergrund sieht, sind die Gipfel noch schneebedeckt.

Ich mache mich mal auf den Weg den Speisewagen zu inspizieren. Es ist quasi eine kleine Weltreise bis ich dort angekommen bin, denn er ist genau am anderen Ende des Zuges und der Zug ist sehr lange.

Zum Sitzen habe ich keine Lust, weshalb ich mir eine große (0,5 Liter) kalte Dose Bier der Marke Kozel (noch nie gehört) für 1,40 Euro mitnehme.

Zum Bier gönne ich mir eine Packung Suppe (Tom-Yum), die ich mir von zuhause mitgebracht habe. Das heiße Wasser bekomme ich aus dem Samovar, der im 1. Abteil aufgestellt ist.

In Kosice (Ankunft: 19:45 Uhr) wird unser Schlafwagen von dem ewig langen Zug, der hier endet, abgekoppelt, auf ein anderes Gleis geschoben und an einen kurzen Zug mit 2 weiteren Wagen angehängt. Von hier fährt der Zug (Abfahrt 20:10 Uhr) als Regionalzug Os8819 weiter.

Da viel Zeit ist, laufe ich schnell in die Bahnhofshalle und decke mich mit einer weiteren großen Flasche Mineralwasser ein. Hier bekomme ich auch endlich einen Zimmernachbarn, der das Bett über mir bezieht. Douglas aus Kanada wird mir bis Kiew Gesellschaft leisten, wo der Zug morgen Abend um 20:43 Uhr eintreffen soll.
Tag 3, 12.05.2013, Ukraine nach Russland
Langsam wird es Nacht und wir nähern uns der Ukrainischen Grenze. Zunächst kommen die Slowakischen Grenzbeamten und schauen meinen Pass kurz an. Der Zug setzt sich wieder in Bewegung und wir kommen um 00:30 Uhr in Chop an, Die Ukraine liegt in einer anderen Zeitzone wie die Slowakei, weshalb die Uhr 1 Stunde vorgestellt werden muss.
Die Ukrainischen Grenzbeamten kommen zuerst in den Zug und sammeln unsere Pässe ein. Deutsche brauchen für die Einreise in die Ukraine kein Visum. Danach laufen die Ukrainischen Zöllner durch und kommen in die einzelnen Abteile. Dort wollen Sie jedes Gepäckstück geöffnet haben und schauen auch rein. Es wird nach der Reiseroute gefragt und ob man Medizin im Gepäck hat. Im Anschluss schauen Sie noch nach Verstecken im Abteil. Alles kein Problem und der Zöllner wünscht noch eine gute Reise. Formulare waren nicht auszufüllen.
In der Zwischenzeit haben Arbeiter begonnen unseren Wagen mit einem anderen Fahrgestell auszurüsten, da die Gleise in der ehemaligen Sowjetunion (also auch Ukraine) eine andere Spurbreite als in der Slowakei haben. Das ganze macht einen Riesenlärm, ist eine Schaukelei und dauert ewig.
Da wir noch auf die Rückgabe unserer Pässe warten, haben wir uns zwar hingelegt, aber sind immer mit einem wachen Auge an der Tür, die noch nicht verschlossen ist. Endlich ist es soweit, um 03:30 Uhr gibt es den Pass, mit einem Stempel, zurück.

Schnell die Tür zum Abteil verriegeln und einschlafen. Die Abfahrt des Zuges, der nun als Schnellzug D16 bis Moskau weitergeführt wird und um 04:18 Uhr erfolgen soll, habe ich nicht mehr mitbekommen.
Um 07:30 Uhr wache ich auf und mein Mitbewohner ist schon auf den Beinen und unterhält sich lautstark (was später noch zu Beschwerden aus dem Nachbarabteil führt, weil man nicht schlafen kann) vor der Tür mit einer Ukrainerin, die ihre Katze in einem Käfig dabei hat und in Lviv (Lemberg) aussteigt. Nach der Morgentoilette im sauberen Bad organisiere ich mir eine Tasse Wasser aus dem Samovar und bereite mir einen Kaffee aus Deutschland mitgebrachtem Instantpulver. Draußen wird es immer wärmer und die Landschaft sehr ländlich. Kurz nach 10:30 Uhr treffen wir in Lemberg ein.

Da es erst 10:56 Uhr weitergeht, nutze ich die Chance und steige kurz aus.

Im Kiosk hole ich mir eine große Flasche Mineralwasser (1,5 Liter) und eine kleine Flasche Cola (0,5 Liter). Ich bezahle mit einem 5.- Euro Schein und bekomme 25.- UHR (Ukrainische Hrywnja) zurück. Somit habe ich etwa 2,50 Euro für die beiden Flaschen bezahlt.
Jetzt ist es auch Zeit für Frühstück bzw. ein frühes Mittagessen. Ich mache mir wieder eine der mitgebrachten Suppen (Curry Style) und ein bisschen mitgebrachter Bergkäse. Der Käse hat allerdings den Nachteil, dass nun das ganze Abteil nach Käse riecht bzw. stinkt. Um 13:00 Uhr rollen wir in Ternopol ein. Auf dem Bahnsteig ist einiges los.

Sehr auffällig ist, dass auf den Bahnsteigen hier und auch in der Slowakei immer mindestens ein Polizist steht.

Über Chmelnizkij (14:59 Uhr) und Vinnica (17:06 Uhr) geht es weiter in Richtung Kiew. Durch den Zug läuft ein Mann, der anbietet Geld zu wechseln. Er bietet einen guten Kurs an und ich tausche für den Notfall mal 20.- Euro und bekomme dafür genau 800.- Russische Rubel. Die 25.- UHR, die ich noch aus Lemberg habe, tausche ich auch gleich in Rubel.

Nach dem Geldtausch gehe ich mit meinem Mitbewohner in den Speisewagen und ich gönne mir eine kalte Dose Bier (0,5 Liter) für 70.- Rubel (ca. 1,75 Euro). Er gönnt sich mal auf die Schnelle 3 Dosen. Während er leer trinkt, gehe ich zum Abteil zurück und esse von meiner mitgebrachten Wurst und etwas Speck.
Um 20:15 Uhr fährt der Zug in Kiew ein und ich verabschiede mich von Douglas aus Kanada, der hier aussteigt und ein paar Tage in Kiew bleiben will. Im Anschluss will er noch nach Moldawien und zurück nach Rumänien, wo er schon ein paar Tage seines 6-wöchigen Urlaubes verbracht hat. Ende Mai fliegt er dann zurück nach Kanada. Ich mache noch einen kurzen Spaziergang auf dem Bahnsteig in Kiew.


20:43 Uhr verlassen wird pünktlich Kiew in Richtung Konotop Pass, der letzte Halt in der Ukraine vor dem Grenzübertritt nach Russland. Ich habe keinen neuen Mitbewohner für mein Abteil ab Kiew bekommen, allerdings hat sich einer der Zugbegleiter im oberen Bett niedergelassen und schläft den Schlaf des Gerechten. Die letzte Bahnstation in der Ukraine erreichen ich um 23:35 Uhr. Hier betreten nochmals die Grenzbeamten den Zug und kontrollieren die Pässe zur Ausreise. Das ganze Procedere geht zügig, es gibt einen Ausreisestempel (links) und der Zug verlässt die Station in Richtung Russland gg. 00.00 Uhr.
Tag 4, 13.05.2013, Ankunft in Moskau
Der Zug hält erst wieder um 03:50 Uhr in Brjansk, wo die Grenzformalitäten durchgeführt werden. Brjansk liegt in der Moskauer Zeitzone (Deutschland + 2 Stunden), weshalb die Uhr wieder 1 Stunde vorgestellt werden muss.
Die Passkontrolle wird von einer Grenzbeamtin durchgeführt. Ich gebe ihr meinen Pass mit dem kleinen Einreiseformular (2 Ausführungen), welches uns durch das Zugpersonal ausgehändigt worden war. Sie checkt meinen Pass, insbesondere das eingeklebte Visa, supergenau und mehrmals, bis ich den Einreisestempel in meinen Pass bekomme.

Auch den zweiten Teil des Einreiseformulars bekomme ich mit einem Stempel versehen zurück.

Kurze Zeit später betritt ein Russischer Zöllner das Abteil. Nachdem er gemerkt hat das ich keine seiner Fragen beantworten kann, da ich nichts verstehe, schaut er kurz unter mein Bett. Koffer oder andere Gepäckstücke will er nicht sehen. Auch muss ich kein extra Formular ausfüllen.
Um 04:25 Uhr ist dann alles erledigt und der Zug setzt sich ca. 35 Minuten Verspätung (Planmäßig 03:52 Uhr) in Richtung Moskau in Bewegung. Ziemlich pünktlich um 10:00 Uhr kommt mein Zug in Moskau auf dem Kiewer Bahnhof / Kijewski woksal) an.
Mein Koffer ist ziemlich schwer und ich muss ihn mehrfach über die Treppen tragen, um in die Metrostation zu kommen. Die Station „Kievskaja“ ist alles andere als übersichtlich, dass überall kyrillische Schriftzeichen verwendet werden ist alles andere als hilfreich für mich.
Nachdem ich zunächst keine Fahrscheinautomaten, sondern nur Kassen mit Menschenschlangen davor gefunden habe, überlege ich mir vielleicht doch ein Taxi zu nehmen. Also halte ich erst mal Ausschau nach einem Geldautomaten. Mit meiner DKB-Visakarte kann ich problemlos Geld bekommen, Gebühren Null. Seitlich neben dem Bahnhofsgebäude finde ich einen Taxistand und spreche den ersten Fahrer an. Er kann natürlich kein Englisch (außer scheinbar Zahlen, vor allem die Tausender-Reihen) und ich zeige ihm die Adresse meines Hotels. Sein Angebot kommt sofort, „two thousand Rubel“ (ca. 50. – Euro). Ich lache und sage „never, four hundred“, woraufhin er „one thousand“ sagt. Ich drehe mich herum und laufe weg in Richtung Metro. Wieder Treppen, also Koffer hoch und die Treppe runter.
Jetzt sehe ich auch Fahrkartenautomaten, die man auch in Englischer Sprache bedienen kann. Es gibt 3 Möglichkeiten (habe ich erst später geschnallt, dachte zunächst es handelt sich um Aufladekarten) zur Auswahl: 1 Fahrkarte 30.- Rubel, 2 Fahrkarten 60.- Rubel und Aufladekarte aufladen.
Ich zog mir 1 Fahrt für 30.- Rubel und bekam eine Papierkarte (Scheckkartenformat), die für 1 Fahrt im Verkehrssystem (Metro, Bus, usw.) berechtigt, also 1 Mal von A nach B.

Nachdem ich meine Fahrkarte hatte, ging ich durch eine Art Schranke, welche mit der Karte geöffnet wird und dann weiter in Richtung Bahnsteig. Auf dem Handy hatte ich den Metro-Linienplan, der die Haltestellen in Kyrillisch und Latein anzeigt. Somit wusste ich, dass ich mit der Linie 3 (Arbatsko-Pokrovskaya Linie) von „Kievskaja“ nach „Partizanskaya“. Ich konnte aber beim besten Willen diese Linie nicht finden, obwohl ich sicher in der richtigen Station war. Ich fragte zunächst einen Uniformierten, was mir nicht half. Eine junge Dame zeigte mir dann, dass ich ein Stockwerk tiefer gehen musste, da würde meine Bahn fahren. Der Abgang war für mich nicht erkennbar und ohne Hilfe hätte ich ihn nicht gefunden. Aber jetzt stand ich da und sah eine Rolltreppe nach unten, ewig lang.

Als ich unten ankam, war alles kein Problem mehr. In der Bahn werden die Stationen zwar auch nur in Kyrillisch angezeigt, aber damit kam ich jetzt zurecht und erreichte nach knappen 20 Minuten die Station „Partizanskaya“. Um aus der Station zu kommen musste ich wieder Koffer schleppen, da es nur Treppen gibt.

Aus der Station heraus ging ich nach links und da sah ich schon relativ nahe mein Hotel.

Keine 5 Minuten später war ich in der Lobby.

Die Dame war nicht superfreundlich, aber ok und ich bekam gleich, ohne Wartezeiten, mein Zimmer. Nachdem ich bezahlt hatte (Vorkasse gewünscht), fragte ich, ob das Hotel die Registrierung meines Aufenthaltes bei den Russischen Behörden mache würde. Einen Ausdruck für mich könnte ich in etwa 2 Stunden oder aber auch später abholen. Hörte sich gut an und ich begab mich mit dem Fahrstuhl nach oben in mein Zimmer, welches mir optisch sehr zusagte.



Alles sehr sauber und gepflegt und gerade ein Katzensprung von der Metrostation entfernt. Ich denke, das Hotel ist für Moskau ein echtes Schnäppchen.

Da ich im 26. Stock einquartiert wurde, gibt es auch eine gute Aussicht, wenn auch nicht schön.
Tag 4, 13.05.2013, Sightseeing in Moskau
Nach einer schnellen Dusche mache ich mich sofort auf den Weg, um ein paar Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Auf dem Weg zur Metrostation „Partizanskaya“ gibt es eine Unmenge Restaurants und kleiner Läden, wo es Getränke und auch Lebensmittel gibt. Ich brauche jetzt eine kalte Flasche Coke Zero. Gibt es nicht, nehme ich halt Coke Light (0,5 Liter) für 35.- Rubel.
In der Metrostation gibt es genügend Automaten und ich hole mir wieder eine Einzelfahrt für 30.- Rubel (ca. 0,75 Euro). Es gibt am Schalter zwar auch Zehnerkarten, ich denke aber, ich komme für meinen Aufenthalt mit den Einzelfahrten zurecht.
Ich habe mir ein paar Sehenswürdigkeiten zurecht gelegt und fahre wieder mit der Linie 3, diesmal aber in die andere Richtung und zur Station „Arbatskaya“.

Diese Metrostationen sind schon eine Sehenswürdigkeit für sich. Morgen versuche ich ein paar Besondere und Schöne zu finden und Bilder zu machen.

Auch diese Linie liegt tief unten und ich muss erst mal mit der langen Rolltreppe wieder nach oben.

Dann laufe ich zu Fuß in Richtung Kreml.

Auf der rechten Seite ist die Lenin Bibliothek.

Nur wenige Meter weiter treffe ich auf den Westflügel des Kreml.

Ich entschließe mich, einmal um die Mauern des Kreml herum zu laufen. Dieser Turm markiert den südlichsten Punkt der Mauern.

Dann laufe ich über die Brücke über den Fluss südwestlich der Kremlmauern und kann auf der Brücke einige schöne Aufnahmen machen.


Auf dem Fluss sind eine Menge Ausflugsboote unterwegs. Kein Wunder, heute ist super Wetter, 28 Grad Celsius und mir brennt schon die Stirn von der Sonne. Mein Marsch geht auf der anderen Uferseite weiter, gegenüber des Kremls.


Am östlichsten Teil der Kremlmauern angelangt, sieht man im Hintergrund die Basilius Kathedrale.

Ich laufe über die dortige Brücke zurück auf die Kremlseite und habe folgenden Blick.


Von der Brücke herunter und geradeaus weiter laufe ich direkt auf den Roten Platz zu. Mein erster Blick aber gilt zunächst auf der rechten Seite der Basilius Kathedrale, eines der berühmtesten Fotomotive.


Gegenüber der Kathedrale ist der Erlöserturm, der zum Kreml gehört.

Hier der erste richtige Blick auf den Roten Platz. Im Moment steht alles voll mit Gittern und Absperrungen, nicht so einfach mit dem Flugzug zu landen.

Das ganze aus der anderen Richtung, mit Blick auf die Basilius Kathedrale.

Am roten Platz befimden sich einige Gebäude. Zum Einen das Lenin Mausoleum an der Kremlmauer.

Gegenüber liegt das Kaufhaus GUM.

Am nordöstlichen Ende des Roten Platzes ist das Gebäude des Historischen Museums Moskau.

Rechts daneben das Auferstehungstor von beiden Seiten …..


…. und die Kasaner Kathedrale.

Ganz in der Nähe im Alexandergarten am Kreml befindet sich das Grabmal des unbekannten Soldaten.

Nur wenige Schritte entfernt am Manezhnaya Square gibt es ein modernes Einkaufscenter.

Die Glaskugel fand ich beeindruckend.

Neben jeglichen Modemarken und Geschäften, ist auch im Fastfood-Bereich alles vertreten. McDonalds und Burger King auf Kyrillisch.


Nach einer kurzen Stärkung und einem Getränk (in keinem der beiden Läden) setze ich meine Tour fort und laufe zur Metro Station Station „Biblioteka imeni Lenina“ und fahre mit der Linie 1 (Sokolnitscheskaja-Linie) bis zur Station „Park Kultury“. Dort steige ich um in die Linie 5 (Kolzewaja-Linie, auch Ringlinie genannt) und fahre eine Station bis zur Haltestelle „Oktjabrskaja“. Von dort sind es noch ein paar hundert Meter zu Fuß.

Der Gorky Park ist mir bekannt aus dem gleichnamigen Film (1983). Jetzt ist der Park ein Erholungspark mit vielen Grünflächen.


Hier trinke ich einen Cappuccino im Pappbecher und geschmacklich nicht so anspruchsvoll für 109.- Rubel (ca. 2,70 Euro).

Nach dem Geschmacksneutralen Capucino laufe entlang des Flußufers in Richtung Metrostation „Park Kultury“. Am Ufer fällt mir der Prototyp des Butan Raumgliders auf, der innen begehbar ist und als Kino genutzt wird.

Beim Überqueren der Brücke fällt mir im Fluss das Denkmal für Zar Peter I. den Großen auf. Es steht auf einer künstlichen Insel in der Mitte der beiden Flussgabelungen und ist mit ca. 96 Metern eines der höchsten Statuen der Welt.

An der Metrostation „Park Kultury“ steige ich in die Linie 1 (Sokolnitscheskaja-Linie) ein und fahre 3 Stationen bis zur Haltestelle „Okhotny Ryad“. Von dort ist es nur ein kurzes Stück zu Fuß bis zu meinem letzten Programmopunkt für heute.


Nach einem kurzen Fußmarsch in Richtung Kreml komme ich an einen weiteren Eingang der Metrostation „Okhotny Ryad“.

Von hier (der Rote Platz ist unmittelbar dahinter) sind es 5 Stationen mit der Linie 3 bis zu meinem Hotel. Für die reine Fahrzeit benötige ich 13 Minuten. Beim Rückweg ins Hotel besorge ich mir noch etwas zu Trinken.
Tag 5, 14.05.2013, In der Moskauer Metro
Heute Nacht habe ich geschlafen wie ein Toter. In einem richtigen Bett zu schlafen ist halt doch etwas anderes, als im Zug. Naja, jetzt stehen mir ja 6 Nächte im Zug bevor.
Ich habe etwas länger geschlafen, da ich ausgeruht auf die lange Fahrt gehen will. Außerdem habe ich mir für heute kein allzu großes Programm vorgenommen. Hauptsächlich will ich ein paar Metrostationen abfahren und ein paar Bilder machen.
Um 10:30 Uhr mache ich im Hotel den Checkout und laufe anschließend zu meiner Metrostation. Auf dem Weg dorthin gehe ich noch in einen Telefonladen (Provider Megafon), da irgend etwas mit meiner Russischen Simkarte nicht stimmt. Ich habe mehrmals versucht verschiedene Internetpakete zu buchen, was aber nicht so klappte und jetzt wurde mehr Geld abgebucht, als es sein sollte.
Im Laden konnte man kein Wort einer anderen Sprache, nur Russisch. Ich bin auch in Russland, also keine Überraschung. Irgendwie gelingt es mir, alles so zu bekommen wie ich es will. Jetzt sollte nur noch ein Internetpaket (500MB für jeweils 24 Stunden) gebucht sein und es sollte täglich nur noch Preis (29.- Rubel) dafür abgebucht werden.
Danach schleife ich meinen Koffer weiter in Richtung Metrostation. Sofort fällt mir auf das heute unendlich viele Uniformierte (Polizei) in der Station sind. Erst denke ich, es sei etwas passiert oder es gibt Kontrollen. Als ich auf dem Bahnsteig bin, sehe ich des Rätsels Lösung, ein Filmteam dreht auf dem Bahnsteig.
Mit der Linie 3 fahre ich 4 Stationen, steige in die Linie 5 und nochmals 1 Station bis zur Station Komsomolskaja. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe des Leningrader, Kasaner und Jaroslawler Bahnhof, von dem ich heute Abend abfahren werde.


Im Bahnhof befindet sich im Untergeschoß, welches man über eine Treppe im hinteren Bereich erreicht, die Gepäckaufbewahrung (gut ausgeschildert). Da dort gerade eine Baustelle ist, ist der Zugang etwas abenteuerlich.
Die Aufbewahrung des Koffers bis heute Abend kostet 160.- Rubel (4.- Euro). Nach Vorzeigen meines Passes, bekomme ich eine Quittung und die Abholkarte. Die Gepäckaufbewahrung ist zum Gepäck abholen rund um die Uhr geöffnet.
Mittlerweile ist es kurz vor 12 und ich bekomme Hunger, Frühstück hatte ich ja keines bis jetzt. Seitlich am Bahnhofsgebäude, zwischen Bahnhof und Metrostation, befindet sich ein Restaurant.
Dort bestelle ich mir ein Gericht, welches aussieht wie ein Yufka-Döner. Teigfladen gefüllt mit Fleisch, Tomaten, Kraut, Essiggurken, Rote Soße und Sauerrahm. Den Namen weiß ich, schmeckt aber wirklich lecker und kostet 110.- Rubel (ca. 2,75 Euro).
Nach dem Essen mache mich gestärkt auf den Weg. Direkt neben dem Jaroslawer Bahnhof befindet sich, gegenüber des Kasaner Bahnhofes, der Leningrader Bahnhof, von dem ich auch schnell ein Bild mache.

Dann geht es los durch die Metrostationen, die ich mir ausgesucht habe. Als erste Station nehme ich gleich die, auf der ich zuvor angekommen war, die Station Komsomolskaja. Auf dieser Seite bin ich zuvor angekommen.

Wenn man rauskommt sieht man rechts gleich das Bahnhofsgebäude des Jaroslawer Bahnhofs. Dies ist das Metrogebäude von der anderen Seite aus gesehen.

Übrigens sind diese beiden Ausgänge wirklich nur Ausgänge und um in die Metro zu gelangen, muß man einen der umliegenden Treppenabgänge benutzen. Ich nehme den Eingang direkt vor dem Gebäude. Im Kassenbereich ist heute nicht so viel los.

Ein Übersichtsplan der Metrolinien in der Station Komsomolskaja.

Hier sieht man den Zugangsbereich zu den Bahnsteigen.


Meistens ist es so, dass der Zugang freigegeben ist und nur dann geschlossen wird, wenn man durchläuft und ein Ticket benutzt hat. Bei manchen Stationen ist es aber auch umgekehrt. Hier kommt man in die Abfahrtshalle (Linie 5 – Ringlinie) der Station Komsomolskaja. Unglaublich …..


An den Wänden, an denen die Züge vorbeifahren ist jeweils der Stationsname.

Und ein Plan mit den verschiedenen Fahrtrouten und Stationen, allerdings ist alles nur in Kyrillischer Sprache geschrieben.

Nach dieser Station mache ich mich auf den Weg mit der Ringlinie 4 Stationen weiter Richtung Norden zur Station Belorusskaya. Der Wagen ist nicht so sehr voll.

In den neueren Wagen befindet sich über den Türen eine Anzeigetafel mit dem einzelnen Stationen, Umsteigemöglichkeiten und aktueller Standort.

Allerdings wieder nur in Kyrillischer Schrift. Diese Tafeln sind aber dennoch sehr hilfreich und besser als die in den älteren Metrowagen. Diese Station liegt direkt unterhalb des Weissrussischen Bahnhofes.

In der Abfahrtshalle der Ringlinie ist einiges los, an der Decke kann man die schönen Arbeiten entdecken.

Ein paar der Schönsten habe ich einzeln fotografiert.


Leider bin ich mit der Rolltreppen nach oben gefahren und auf Grund der Absperrungen war es nicht mehr möglich, nach unten zu fahren. Dies bedeutete ich muss nach draußen und erst wieder nach lösen eines neuen Tickets kann ich weiter fahren. Aber es hat doch etwas gutes, denn nach dem Ausgang stehe ich quasi direkt vor dem Weißrussischen Bahnhof (ich denke hier kommen die Züge aus Berlin an).


Nach lösen einer neuen Fahrkarte begebe ich mich wieder zur Plattform für die Linie 5, wo mein nächstes Ziel liegen soll. Ich komme an dieser Statue vorbei.

Die Station Kiewskaja, die unterhalb des Kiewer Bahnhofes, auf dem ich gestern angekommen bin liegt, ist mein nächstes Ziel. In Mosaiken werden hier die Freundschaft zwischen Russland und der Ukraine dargestellt.






Hier fährt gerade meine Metro ein, mit der ich auf der Linie 3 eine Station weiter Richtung Norden zu meinem nächsten Stopp fahren will.

Die Station Park Pobedy ist mein Ziel.

Die Station ist super sauber und menschenleer als ich ankomme.

Die beiden Wandmosaiken sind wirklich sehenswert.



Diese Station, die 84 Meter unter der Oberfläche liegt, ist dafür bekannt, dass die 4 Rolltreppen, mit jeweils 126 Metern und 740 Stufen die längsten Fahrtreppen der Welt sind.


Ich fahre zunächst einmal hoch und dann wieder hinunter, für die Fahrt nach unten stoppe ich eine Fahrzeit von 2:40 Minuten. Dann geht es weiter mit der Linie 3 zurück in die Richtung aus der ich gekommen bin. 3 Stationen und ich komme in Ploshad revolutsji an.

Die komplette Halle ist mit Statuen gesäumt.


Um auf den Bahnsteig der Linie 2 zu kommen, mit der ich Richtung Norden fahren will, muss ich durch diesen Gang.

Es sind genau 2 Stationen und ich komme an der Station Majakowskaja an.

Hier sind in der Abfahrtshalle mehr als 30 Mosaike im Gewölbe angebracht, die die Luftfahrt der ehemaligen Sowjetunion zum Thema haben.


Ich habe genug für heute und fahre erst mit der Linie 2 und dann mit der Ringlinie zurück zum Kiewer Bahnhof zur Station Kiewskaja.
Tag 5, 14.05.2013, Weiter Richtung Osten
Nach dem Ausgang überquere ich die Strasse zu einem riesigen Einkaufscenter. Von dort hat man einen guten Blick auf das Gebäude des Kiewer Bahnhofes.

Im Einkaufscenter soll es auch ein Starbucks Cafe geben. Einmal komplett umrundet konnte ich es finden. Drinnen eine riesen Schlange, als ob es etwas umsonst gibt. Als ich den Preis für den kleinsten Latte (220.- Rubel) sehe, drehe ich wieder um hole mir am Bahnhof einen Instantkaffee.
Mittlerweile ist es 18:00 Uhr und ich fahre zurück zum Yaroslawer Bahnhof und schlendere ein bisschen im Einkaufscenter in der Nähe herum. Ich habe noch genügend Zeit, den mein Zug soll erst um 21:35 Uhr losfahren. Vielleicht sollte ich mal etwas richtiges Essen und schon sehe ich einen Laden (Chef´s Bar & Burger). Ist bestimmt nicht billig, aber in Moskau ist nichts wirklich billig.
Zunächst bringt die Bedienung eine Karte, die ich nicht lesen kann. Auf Nachfrage gibt’s eine verkürzte Karte in Englisch. Ich bestelle einen Cowboy Burger und ein großes Bier (0,5 Liter) vom Fass. Der Burger war frisch zubereitet, wurde mit Pommes serviert, war super lecker und auch ausreichend groß. Das Bier schön kalt und wie sich später herausstellte Budweiser. Die Rechnung überraschte mich nicht. Burger (520.- Rubel), Bier (230.- Rubel), alles zusammen also 750.- Rubel, was etwa 18,75 Euro sind.
Auf dem Weg zum Bahnhof deckte ich mich noch mit 2 großen Flaschen Wasser (1 x mit Kohlensäure) ein. Irgendwann wurde angezeigt, dass der Zug nach Peking von Gleis 3 abfährt.

Und um 20:57 Uhr war es soweit, der Zug wurde auf das Gleis eingefahren.

Sofort begannen alle zu ihren Wagen zu laufen. Mein Wagen sollte die Nummer 9 sein. Allerdings kam ich erst am Speisewagen vorbei.

Während ich meinen Wagen alleine erreichte…..

…waren die Chinesischen Zugbegleiter mit dem Einchecken der Fahrgäste beschäftigt.

Ich steige in den Wagen Nummer 9 ein und laufe zu meinem Abteil.

Ich werde die nächsten Tage im Abteil Nr. V, Bettplatz Nr. 10 (unten, Gott sei Dank) verbringen.

Das Abteil ist alles Andere als geräumig. Für 1 Person super, für 2 nur dann gut, wenn man sich nahe steht. Mit Fremden auf so engem Raum, so lange Zeit, ist es einfach nicht geräumig genug. Im Abteil hat man noch einen Zugang zu einer Nasszelle mit Waschbecken und Duschschlauch. Diese teilt man sich mit dem Nachbarabteil, in meinem Fall Abteil Nr. VI.
Kurz nachdem ich im Abteil war und begann mein Gepäck zu verstauen und ein bisschen auspacken, kam eine ältere Dame aus Südafrika und fragte mich in Englisch, ob ich das Abteil tauschen wolle. Sie wolle mit ihrer Bekannten zusammen reisen, es gab aber nur noch einzelne Plätze zu buchen. Nachdem ich gecheckt hatte das sie auch ein unteres Bett gebucht hatte, fragte ich sie, wo denn ihr Abteil sei. Es war das letzte auf dem Gang, also direkt neben der Toilette. Da wollte ich nicht hin, da ist ein ständiges Kommen und Gehen, Türen schlagen und die Spülung ist auch nicht gerade leise.
Ich lehnte ab und sie ging zur ihrer Bekannten, um vielleicht einen Tausch dieser zu schaffen. Ich schloss die Türe, um ein anderes T-Shirt und bequeme Hosen und Schuhe anzuziehen. Noch dabei, klopfte es mehrmals an die Türe. Ich schrie: „One moment please!“. Es klopfte weiter und jemand betätigte weiter den Türgriff. Auch mein weiteres: „One Moment“ nützte nichts, die Person schien mich nicht zu verstehen oder schwerhörig zu sein. Kurz darauf, stand mein neuer Zimmergenosse in der nun geöffneten Tür. Ein Engländer, Rentner, 65 Jahre alt und wohnt ca. 65 km nördlich von London. Englisch sollte er doch eigentlich verstehen, vielleicht war es meine Aussprache schlecht. Somit hatten es die beiden Damen doch geschafft zueinander zu finden. Und ich hatte einen seltsamen und eigenartigen Mitbewohner bekommen, nicht nur optisch, auch sonst.
Als erstes wollte er mir mein unteres Bett streitig machen, da er ein unteres Bett gebucht hatte. Ich sagte, ich auch und zwar die Nr. 10, die ich ihm zeigte. Ich meinte das muss er mit den Damen ausmachen, ich bin im richtigen Abteil, er nicht. Die Dame die zuvor hier war, hatte das obere Bett (Nr. 9) gebucht.
Er stellte seine Reisetasche ab und verschwand. Einige Zeit später, ich hatte schon alles gerichtet, kam er wieder. Er hatte die Nr. 15 gebucht (und das ist ein oberes Bett, wo jetzt eine der beiden Damen liegt), obwohl er nach seinen Angaben ein Unteres gewollt, aber scheinbar nicht bekommen hatte.
Ich hatte aber kein Pardon, obwohl ich mit mir haderte, den mit 65 auf das obere Bett zu steigen und das 6 Tage lang, ist nicht ohne. Zwischenzeitlich waren wir aus Moskau losgefahren und wagten einen letzten Blick auf den Bahnhof.

Im Abteil gibt es auch eine Steckdose. Da ich meinen Mehrfachstecker mitgebracht habe und mein Mitfahrer kein Technikfreak zu sein scheint, kann ich alle meine Geräte einwandfrei laden.
Der erste Stopp, den ich noch vor dem Schlafen gehen mitbekommen wollte, wird Morgen in etwa 3 Stunden sein.
Tag 6, 15.05.2013, Bis Ekaterinenburg
Nachdem wir um 21:35 Uhr pünktlich in Moskau gestartet sind, ist der erste Halt ist in Wladimir Pass (KM: 190), der Zug kommt dort nach Plan um 00:30 Uhr an und fährt um 00:53 Uhr wieder ab.
Den ersten Halt will ich natürlich mitbekommen. Draußen ist es noch warm und ich schaue mir durch das geöffnete Fenster das Treiben an. Allerdings gibt es auch nichts Besonderes zu sehen.

Nachdem wir wieder losgefahren sind, beginne ich mein Bett zu machen. Bettlaken auf das Bett, Decke und Kissen beziehen. Mein Mitfahrer macht keinerlei Anstalten ins Bett zu wollen. Er stänkert immer noch rum, dass er da oben nicht schlafen wolle. Sein Problem denke ich und leg mich hin.
Irgendwie kann ich bei dem Geschaukel nicht einschlafen, dass das Licht noch eingeschaltet ist, ist auch kein Vorteil. Ich glaube er geistert mindestens noch eine Stunde rum, geht rein und raus, schlägt Türen. Ich bin nicht mehr lange entspannt. Da er das Bett nicht in die richtige Position bringt, helfe ich ihm. Normal sollte ich ihn rausschmeißen. Er schlägt die Türe mit einem lauten Knall wieder zu und jetzt muss ich mein Missfallen mitteilen. Ich sagte ihm, dass ich nicht Schuld an seiner Situation bin und er das mit Anderen ausmachen muss. Ich glaube, dass hat er kapiert.
Es wird ruhiger, er meckert zwar nachdem er sich hingelegt hat noch ab-und-zu rum, aber als dann das Licht aus ist, kann ich einschlafen.
Meine erste Nacht im Zug war sehr durchwachsen. Ich wachte immer wieder auf, durch das Schaukeln und Bremsen. Irgendwann sehe ich, dass er wieder aus dem Bett gestiegen ist und auf dem Sitz gegenüber sitzt und aus dem Fenster schaut. Keine Ahnung wann, vielleicht beim 2. Halt.
Diesen 2. Halt in Nishnij Novograd Moskovsk (KM: 440) von 03:42 – 03:54 Uhr habe ich nicht mitbekommen. Ich wache so gegen 8 Uhr auf. Mein Nachbar liegt noch oben, allerdings liegt sein ganzes Bettzeug auf dem Boden vor mir. Ich lege erst mal alle Decken zusammen und platziere alles auf seinem Sitz.
Danach gehe ich in die Nasszelle, um mich zu waschen, Zähne putzen usw. Als ich fertig bin hole ich mir heißes Wasser, um einen Kaffee zu trinken. Die haben im Zug auch in jedem Wagen so ein Teil, ähnlich wie ein Samowar.

Da mein Engländer auch wach und auf ist, weise ich in erst einmal in puncto Ordnung ein. Die Decken habe er nicht gebraucht, es sei viel zu warm gewesen da oben. Ob er vielleicht die nächste Nacht auf dem Boden schlafen könne, fragte er mich. Ich halte das für keine gute Idee, er soll doch den Schaffner nach einem anderen Bett fragen. Will er nicht! Scheint neben unordentlich auch schüchtern zu sein. Ich verstaue ihm die Decken in einer großen Ablage oberhalb des oberen Bettes. Seine Tasche schiebe ich unter seinen Sitz, da ist massig Platz. Ich will mich zum Essen ja auch an den Tisch setzen und darunter meine Füße abstellen. Um 09:39 Uhr trifft der Zug in Kirov (KM: 957) ein.

Auf dem Bahnsteig ist einer der üblichen Kiosks.

Ich begebe mich in das Bahnhofsgebäude und kaufe mir dort 2 Flaschen Wasser und ein süßes Stückchen. Bei Einsteigen in den Zug sehe ich, dass hinter dem Samovar (und zwar in jedem Wagen) ein Ofen mit Kohle befeuert wird.

Um 09:54 Uhr geht es weiter in Richtung Osten. Um die Mittagszeit mache ich einen Spaziergang zum Zugende, wo sich im Wagen 4 der Speisewagen befindet. Auf dem Weg sehe ich dieses offen stehende Abteil für die Zugbegleiter. Es wird zum Kochen bzw. Essen genutzt und befindet sich unmittelbar gegenüber des Samovars.

Hier handelt es sich um eines der 4-er Abteils im Wagen Nr. 8. Waschraum lediglich für alle am Ende des Wagens.

Als Wagen Nr. 4 ist der Russische Speisewagen angehängt.

An diesem Zug wird die gesamte Strecke ein Speisewagen mitgeführt. Allerdings wird der Speisewagen von dem Land gestellt, durch das der Zug gerade fährt. Nach der Russischen Grenzen wird uns also ein Mongolischer und danach ein Chinesischer Speisewagen begleiten. Um 13:23 Uhr trifft der Zug in Balesino (KM: 1194) ein. Weiter geht es um 13:46 Uhr.

Hier ein Blick auf unseren Zug der am Bahnsteig steht.

Diese Lokomotive konnte ich auf der erfolglosen Suche nach Essen vor dem Bahnhofsgebäude entdecken.

Vor der Ankunft in Perm kommen wir in eine neue Zeitzone (Deutschland +4 Stunden). Hierzu ist noch anzumerken, dass in allen Russischen Zügen und Bahnhöfen immer die Moskauer Zeit als Referenzzeit angenommen wird. Somit sind meine Zeitangaben in Russland immer Moskauer Zeit (Deutschland +2 Stunden. Die Ortszeit gebe ich in Klammer an. Diese Brücke überquert man vor dem Bahnhof von Perm.

Um 17:22 (19:22) Uhr trifft der Zug in Perm (KM: 1434) ein. Hier werden wir auf einem kleinen Gleis in der Mitte geparkt. Nichts zu Sehen nichts zu Kaufen.

Weiter geht es um 17:42 Uhr. Bei KM 1777 und ca. ½ Stunde vor dem nächsten Halt überfahren wir die Grenze zwischen Europa und Asien. Um 22:48 (00:48) Uhr trifft der Zug in Ekaterinenburg (KM: 1816) ein. Weiter geht es um 23:14 (01:14) Uhr. Von Beidem bekomme ich nichts bzw. wenig mit, da ich bereits schlafe.
Tag 7, 16.05.2013, Bis nach Taiga
Während ich schlief passierten wir in der Nacht Tyumen (KM: 2144). Der Zug stoppte um 03:58 (05:58) Uhr und fuhr um 04:18 (06:18) Uhr weiter. Diese Nacht verlief schon deutlich besser, als die Nacht zuvor und die Schlafabschnitte waren deutlich länger und ich wachte nicht so oft auf. Am Morgen nahm ich erst mal eine Dusche in der Nasszelle.

Es gab zwar warmes Wasser, aber der Wasserdruck glich einem Rinnsal. Zum Glück habe ich kurze Haare und das wenige Shampoo, das ich brauche, lässt sich leicht ausspülen. Es war ok und ist deutlich besser als sich im Waschbecken zu waschen. Eine Sache aber war ein Problem, das Wasser lief nicht ab und drohte in die Kabine zu laufen. Erst mal schnell anziehen und dann kommt auch schon der nächste Stopp. In Ishim (KM: 2431) kommen wir um 07:54 (09:54) Uhr an. Ein kleiner Bahnsteig erwartet uns.

Es ist ziemlich frisch heute Morgen, das Thermometer zeigt nur 1 Grad Celsius, aber strahlend blauer Himmel. Am Bahnhof gibt es ein paar kleine Essensstände.

Ich bekomme ein paar süße Stückchen. 2 davon sind beim morgendlichen Kaffee genießbar, eins (nicht wirklich süß) ist mit komischer Füllung und landet nach 2-3 Bissen direkt im Mülleimer. Um 08:06 (10:06) Uhr geht die Fahrt, wie immer, pünktlich weiter.
Seit gestern Mittag gab es keinen Strom mehr und mein Laptop-Akku ist schon leer. Mein Handy-Akku ist fast leer. Gute Nachrichten, Strom geht wieder, aber Laptop soll nicht mehr geladen werden, da die Elektrische Anlage im Wagen Probleme hat, mit größeren Geräten. Wir sollen nur noch die Handys laden. Für meinen Laptop suche ich später im nächsten Wagen eine neue Möglichkeit.
Nach dem Essen hole ich mal den Schaffner ins Abteil, da das Wasser immer noch in der Nasszelle steht und einfach nicht ablaufen will. Er kommt mit einem Eimer und einer Schaufel und macht die Kabine leer. Danach schließt er die Türe zur zum Nachbarabteil VI und geht wieder. Im Abteil VI neben uns, wohnt ein älteres Englisch sprechendes Paar. Woher sie kommen weiß ich bis jetzt nicht. Der Mann klopft bei uns an der Tür und fragt, ob wir die Tür zur Nasszelle freigeben können. Ich erkläre ihm, dass der Schaffner abgeschlossen habe, ich aber nicht wisse warum. Nachdem ich ihm geöffnet habe, nimmt er auch eine ausgiebige Dusche. Allerdings steht dann das Wasser wieder kurz vor Überlaufen. Da es nach längerer Zeit nicht abgelaufen ist, hole ich wieder den Schaffner. Als er wieder den Eimer und die Schaufel bringt, versuche ich ihm zu erklären, dass man den Abfluss frei machen muss und nicht immer nur leer schaufeln. Er versteht kein Englisch und spricht nur Chinesisch.
Nachdem er fertig ist, verriegelt er die Zugänge von beiden Abteilen zur Nasszelle. Ich hatte den Eindruck, dass war es dann bis zum Ende der Reise in 4 Tagen, weshalb ich laut protestierte. Er müsse unbedingt dafür sorgen, dass es repariert wird. Ich dachte erst er wolle nicht, doch dann lenkte er ein. Nach einigen Minuten erschien erst ein Arbeiter mit 1 Pumpe und dann später nochmals 2 Arbeiter mit Pumpe und einer Menge Werkzeug. Sie arbeiteten ziemlich lange, bis es dann scheinbar fertig war und die Nasszelle wieder zur Benutzung freigegeben wurde. Ich gab ihnen dann ein Trinkgeld, damit sie sich am Abend jeder ein Bier kaufen können.
Bei KM 2497 (etwa 200 km vor Omsk) fahren wir in eine neue Zeitzone (Deutschland +5 Stunden). In Omsk (KM: 2712) kommen wir um 11:25 (14:25) Uhr an.

Dies ist das Bahnhofsgebäude und eine Statue vom Bahnhofsvorplatz aus fotografiert.


Da ich mich gestern auf meiner Russischen SIM-Karte anrufen lassen habe und ich für ankommende Gespräche auch zahlen muss, ist mein gesamtes Guthaben verbraucht. Da ich jeden Tag 29.- Rubel für 500mb (24 Stunden) Internet abgebucht bekomme, brauche ich unbedingt neues Guthaben. Auf dem Bahnsteig kann ich ein kleines Kiosk finden, welches Top-up-Karten für Megafon verkauft. Allerdings will sie für 100.- Rubel Karten 150.- Rubel. Da ich keine Wahl habe (das wissen die wohl), nehme ich eine. Wie immer pünktlich fährt der Zug um 11:41 (14:41) Uhr weiter.
Im Abteil versuche ich gleich das Guthaben aufzuladen. Nach einigem Hin und Her klappt es dann und es ist wieder genug Guthaben für die restlichen Tage Internet in Russland zur Verfügung.
Jetzt mache ich mich auf den Weg in den Wagen 8, um mein Laptop aufzuladen. Dort sind alle Steckdosen belegt, ich soll später kommen. Ich komme 1 Stunde später und es ist immer noch alles belegt. Der Schaffner dort sagt mir, dass ich nach 16:00 Uhr (Moskau Zeit) wieder kommen soll.
Die Zeit zwischen den Halten habe ich mit lesen und Unterhaltungen mit anderen Fahrgästen verbracht. Im Abteil VIII wohnen die beiden Damen, die eigentlich über einen Tausch in mein Abteil gemeinsam wohnen wollten. Im Abteil VII ist ein älteres Paar aus Deutschland untergebracht. Das Abteil VI, welches die Nasszelle mit uns teilt, ist mit einem Paar belegt. Mittlerweile weiß ich, dass sie aus Montana/USA sind.
Neben uns im Abteil IV sind zwei Männer, die getrennt reisen (wie in meinem Abteil). Einer den Beiden kommt aus England, der Andere ist jüngerer Deutscher, der ganz in meiner Nähe wohnt. Er fährt nach einem Aufenthalt in Peking mit der Bahn von Peking nach Hanoi (Vietnam) und dann (was ich auch demnächst machen will) weiter mit dem Zug in den Süden Vietnams, nach Saigon. Im Abteil III residiert zur Zeit der Schaffner des Abteils, es wurde scheinbar nicht mit Fahrgästen belegt.
Im Abteil II wohnt ein junges schwedisches Pärchen, welche Teil einer größeren schwedischen Reisegruppe ist. Der Rest der Gruppe ist im Wagen 10 untergebracht. Sie passieren täglich unser Abteil, um im Speisewagen ihre gemeinsamen Mahlzeiten einzunehmen. Im Abteil I wohnt ein Paar mittleren Alters. Beide sprechen Deutsch (ostdeutsch) und er spricht Russisch.
Auch habe ich heute sehr lange mit meinem Abteilgenossen gesprochen. Außer das er immer noch die gleichen Kleider wie bei der Abfahrt trägt, scheint er ganz in Ordnung zu sein. Er scheint sein ganzes Leben für Eisenbahnen gelebt zu haben. Er kennt alle Strecken und Züge in Deutschland haargenau und ist schon alle wichtigen Strecken selbst gefahren. Auch viele andere Länder hat er zu diesem Zweck schon bereist. Sei es Neuseeland, Australien, Thailand, Singapur, Vietnam und viele mehr. Ganz stolz hat er mir seinen Pass mit den vielen Stempeln gezeigt.
Auch sonst führt er während der Fahrt ganz penibel Buch. Wenn er eine besondere Lokomotive sieht ist er ganz aufgeregt, wie ein kleines Kind und er notiert sich die Kennung der Lokomotive. Ich glaube, er kennt jede Lok, die es auf der Welt gibt, mit dem Namen. Beeindruckend!!
Die Zeit zwischen den einzelnen Halten geht für mich überraschenderweise schnell um und schon ist der nächste Halt in Barabinsk (KM: 3040), wo wir um 15:17 (18:17) Uhr ankommen.

In diesem Supermarkt, hinter dem Bahnhof, decke ich mich mit einigen Lebensmitteln ein.

Der Mann aus Abteil I ist auch im Laden und vor mir an der Kasse. Vor mir sind noch eine Menge Leute, die Anstehen. Als er fertig ist sagt er, dass er aufpasst, dass der Zug nicht ohne mich losfährt. Es ist 15:25 Uhr und ich sage es ist genug Zeit bis zur Abfahrt um 15:44 Uhr.
Etwa 5 Minuten später bin ich auch fertig und schleppe mein Wasser, Cola, Äpfel, Bananen, Kekse, Schokolade und Suppen zurück in Richtung Zug. Niemand mehr auf dem Bahnsteig und in einer Tür winkt ein Schaffner aufs heftigste. Ich sage 15:44 Uhr, es ist erst 15:30 Uhr. Er scheint mich nicht zu verstehen. Der Zug fährt dann pünktlich um 15:44 Uhr ab, keine Ahnung, warum die immer so früh eine Hektik machen und dann doch noch ewig warten.
Nach der Abfahrt kann ich dann endlich meinen Laptop zum Aufladen abgeben. Vielleicht schaffe ich es dann heute noch den Blog vom Vortag einzustellen. Ich denke, dass ich die nächsten Tage öfters in Verzug geraten werden. Zum Einen das Stromproblem und zum Anderen habe ich während der Durchfahrt durch die Mongolei kein Internet zur Verfügung.
Gegen 18:00 (21:00) Uhr hole ich den Laptop wieder voll geladen ab. Draußen geht langsam die Sonne unter.

Bei KM 3332 überfahren wir den Fluss Ob, kurz vor der Einfahrt nach Novosibirsk.

Die Stadt Novosibirsk ist, nach Moskau und St. Petersburg, die drittgrößte Stadt Russland. Wir kommen dort (KM: 3335) um 19:03 (22:03) Uhr an. Ich eile durch den Bahnhof, um vom Bahnhofsvorplatz ein Bild des Gebäudes zu machen.

Die Abfahrt aus der Hauptstadt Westsibiriens erfolgt um 19:25 (22:25) Uhr. Ich habe, dank guter Internetverbindung (3G), in der Zwischenzeit die Bilder des Vortages hochladen und den Blog veröffentlichen können.
Bei KM 3497 (72 km vor dem nächsten Halt) fahren wir in eine neue Zeitzone (Deutschland +6 Stunden). Kurz vor dem letzten halt für heute (Moskauer Zeit) in Taiga um 22:34 (02:34) Uhr, habe ich mich hingelegt. Ich bekomme den superkurzen Stopp (nur 2 Minuten) mit, bin aber gleich wieder eingeschlafen. Morgen werden wir die Hälfte der Strecke von Moskau nach Peking geschafft haben.
Tag 8, 17.05.2013, Taiga bis Irkutsk
Langsam scheine ich mich an die Schlaferei im Zug zu gewöhnen. Das einzige Problem ist die harte Unterlage, so dass mein Rücken etwas schmerzt, aber auch das ist Gewöhnungssache. Den Halt in Mariinsk (KM: 3715) von 00:34 (04:34) Uhr bis 01:00 (05:00) Uhr habe ich nicht mitbekommen. Während ich schlief passierten wir KM 3932-3933. Dieser markiert die Hälfte der Fahrtstrecke von Moskau nach Peking auf der Transmongolischen Route. Also Halbzeit. Während des Haltes in Krasnoyarsk (KM: 4098) 06:24 (10:24) Uhr bin ich erst aufgewacht, obwohl ich dort aussteigen wollte. Ich war gerade mit dem frisch machen im Bad fertig, als der Zug um 06:46 (10:46) Uhr wieder losfuhr. 3 km weiter konnte ich die Fahrt über die Brücke des Flusses Yenisei fotografieren.

Kurze Zeit später ist leichter Schneefall wahrzunehmen, die Außentemperatur beträgt ca. 3 Grad Celsius. Auf der weiteren Fahrt eine der typischen Siedlungen, die vielfach an der Strecke zu sehen sind.

Kurz vor der Ankunft in Ilanskaya (KM: 4375) passieren wir diesen Bahnübergang.

Die Ankunft ist um 10:53 (14:53) Uhr.

Wie eigentlich an fast jedem Bahnhof, den ich bis jetzt gesehen habe, ist ein Lokomotive aufgestellt.

In diesem Shop am Bahnsteig kaufe ich mir eine Kleinigkeit.

Das erste Mail, dass auf dem Bahnsteig frisch gekochtes Essen verkauft wird.

Ich versorge mich gleich mit 2 Teilen, deren Namen ich nicht kenne und einem Beutel Krautsalat. Alles lecker und scheint auch zu bekommen. Die Fahrt wird fortgesetzt um 11:13 (15:13) Uhr. Mittlerweile ist der Akku meines Laptops schon wieder leer und ich bekomme erlaubt, diesen im Abteil zu laden.
Bei KM 4474 fahren wir wieder in eine neue Zeitzone (Deutschland +7 Stunden). Dies ist das letzte Mal, dass wir in Russland die Zeitzone wechseln. Der nächste Wechsel wird nach Überqueren der Grenze zur Mongolei sein. Dann müssen wir die Uhren wieder ein Stunde zurück stellen. Mongolei und China sind Deutschland im Sommer (MESZ) 6 und im Winter (MEZ) 7 Stunden voraus. Die typische Bewachsung und Bepflanzung in dieser Gegend.

Beim etwas verspäteten Halt in Nizhneudinsk (KM: 4680) von 15:42 (20:42) Uhr bis 15:55 (20:55) Uhr bin ich nicht ausgestiegen. Es begann zu regnen, war sehr trist und es gab nichts Besonderes zu sehen.


Ich hatte gerade ein gutes Netz (3G) und habe die Zeit zum telefonieren über VOIP genutzt. Nach der Ausfahrt aus dem Bahnhof konnte ich eines der typischen Häuser fotografieren.

Mittlerweile ist es schon dunkel und wir kommen um 19:15 (00:15) Uhr in Zima (KM: 4940) an. Als ich aus dem Zug steige und vom Bahnsteig 2 über das Gleis 1 zum Bahnhofsgebäude gehe, sieht alles so aus.

Im Bahnhofsgebäude hole ich mir erneut Telefonguthaben, da aus einem mir nicht bekannten Grund mein Internet nicht funktioniert und auch mein Guthaben schon wieder leer ist. Im Gebäude steht ein Automat, so wie ich ihn schon von Moskau kenne. 100,. Rubel bezahlen und 91.- Rubel gutgeschrieben bekommen.
Als ich zum Gleis zurück komme ist auf Gleis 1 ein ewig langer Zug eingefahren und es gibt weder ein Brücke, noch eine Unterführung. Dies bedeutet um den ganzen Zug herum laufen und dann auf Gleis 2 laufen. Zum Glück habe ich genügend Zeit. Bei Ankunft kann ich meinen Wagen nicht betreten, da gerade die Kohle zum heizen nachgefüllt wird, heute Nacht soll es wieder kalt werden.
Weiter in Richtung Irkutsk, wo wir in etwa 4 Stunden eintreffen, geht es um 19:45 (00:45) Uhr. Da es mitten in der Nacht ist, werde ich dies vermutlich verschlafen.
Tag 9, 18.05.2013, Bis in die Mongolei
Letzte Nacht war wieder nicht so gut. Ich bin ständig aufgewacht. Entweder weil der Zug massiv geruckelt hat oder weil mein Mitbewohner ständig aufgestanden ist. Er hat auch wirklich nicht sich bemüht leise zu sein. Darüber hinaus hat er immer noch die gleichen Kleider an, die er bei der Abfahrt in Moskau (vermutlich schon in England) trug. Zum Schlafen gehen, wechselt er von einer Hose in die Andere, mehr nicht. Heute Nacht hielten wir an folgenden Stationen.
Irkutsk Sort (KM: 5178) von 23:11 (04:11) – 23:14 (04:14).
Irkutsk (KM: 5185) von 23:27 (04:27) – 23:52 (04:52).
Slyudyanka (KM: 5312) von 02:18 (07:18) – 02:20 (07:20).
Um 04:00 Uhr (Moskau Zeit) bin ich aufgewacht und die Abteiltür stand offen, so dass jeder mich schlafen sehen konnte. Ich schloss die Tür, um aufzustehen und anzuziehen. Dann kam mein Engländer (er trägt übrigens immer noch die gleichen Kleider, wie bei der Abfahrt) herein und öffnete die Tür. Ich erklärte ihm, dass ich nicht aufstehen kann, wenn die Tür offen ist. Er ging dann nach draußen und schloss die Tür. Ich stand auf und machte mich fertig.
In diesem Moment war gerade das Ufer des Baikalsees zu sehen.

Später sogar mit Eisschollen, die am Ufer trieben.


Eine typische Siedlung vor Ulan Ude.

Diese lila Blumen wachsen hier an sämtlichen Hängen massenweise.

Diese alte Lokomotive ist bei der Einfahrt nach Ulan Ude (KM: 5642) Ankunft 07:29 (12:29) Uhr zu sehen.

Am Bahnhof lade ich nochmals meine SIM-Karte auf und besorge mir etwas zu Essen.


Damit sind meine letzten Rubel weg. Aber in wenigen Stunden werden wir Russland verlassen und in die Mongolei einreisen.
Um 08:04 (13:04) Uhr verlassen wir Ulan Ude wieder und passieren bei KM 5655 die Kreuzung, an der sich die Fahrtstrecke der Transsibirischen Eisenbahn (Ziel Wladiwostok) bzw. Transmandschurischen Eisenbahn (Ziel Peking durch die Mandschurei) und unserer Strecke (Ziel Peking durch die Mongolei) trennen. Im weiteren Verlauf kommen wir außerhalb an diesem großen Friedhof vorbei.

Bei KM5771-5799 passieren wir den Goose Lake.

Am Halt Djida (KM: 5852) kommen wir um 12:08 (17:08) Uhr an und ohne Aussteigen geht es um 12:10 (17:10) Uhr weiter.

Bevor wir zur Grenze zwischen Russland und Mongolei kommen, fahren wir noch an diesem kleinen Dorf, direkt an der Bahnlinie, vorbei.

Um 13:08 (18:08) Uhr treffen wir im Russischen Grenzort Nauschki (KM: 5895) ein.


Unmittelbar nach dem Halt kommen die Grenzbeamten in den Zug und sammeln die Pässe mit den Einreisekarten, die bei der Einreise doppelt ausgefüllt werden, ein. An der Kopie der Registrierung, die das Hotel in Moskau für mich gemacht hat, sind sie nicht interessiert. Zunächst warten wir mit dem Aussteigen, bis wir unsere Pässe zurück bekommen. Da dies aber bis 14:30 Uhr immer noch nicht geschehen ist und die Schaffner signalisieren dass wir aussteigen können, steigen wir aus und suchen einen Laden zum Einkaufen. Auf dem Weg dorthin hinter dem Bahnhof kommen wir hier vorbei.

Dies ist der einzige Laden der offen hat und ich kaufe für meine letzten Rubel Wasser, Pepsi Max, Kartoffelbrei und Snickers.

Um 14:50 Uhr sind wir wieder im Zug und warten. Einige Fahrgäste müssen auf die Toilette, die aber im Bahnhof stehend versperrt ist. Gg. 15:40 Uhr gibt es die Pässe mit Stempel zurück. Dann läuft der Zoll noch 2 Mal durch die Abteile und schaut unter die Sitze, in die Nasszelle und andere Öffnungen. Fahrplanmäßig geht es um 16:43 (21:43) Uhr weiter. Es beginnt nun die Fahrt über die Grenze.

An dieser Stelle (etwa KM: 5900) stoppte der Zug ca. 10 Minuten und die Mongolischen Grenzbeamten untersuchten den Zug von unten und außen.
Um 21:30 Uhr Mongolische Zeit (Deutschland +6 Stunden) treffen wir im Mongolischen Grenzbahnhof Suche Bator (KM: 5925) ein. Eine ¼ Stunde später beginnt die Prozedur. Erst werden die ausgefüllten Zollerklärungen eingesammelt. Im Anschluss kommt ein Beamter der Einwanderungsbehörde, schaut sich den Pass an und fragt wohin man will. Ich antworte nur Transit und bekomme meinen Pass wieder zurück. Dann kommen Zollbeamte und schauen wieder an den üblichen Plätzen des Abteils nach Schmuggelware. Weitere 10 Minuten später kommt der Grenzbeamte (Uniform mit einem langen Ledermantel) schaut sich die Pässe an und sammelt sie, zusammen mit der zuvor ausgefüllten Einreisekarte, ein. Gg. 22:30 Uhr gibt es die Pässe gestempelt zurück. Pünktlich um 23:15 Uhr starten wir unsere Fahrt durch die Mongolei.
Tag 10, 19.05.2013, Durch die Mongolei
Nach dem Grenzübertritt habe ich noch etwas gelesen und mich dann hingelegt. Den ersten Halt in der Mongolei Darchan (KM: 6023) von 00:48 – 01:05 Uhr Mongolischer Zeit (Deutschland +6 Stunden) habe ich noch mitbekommen, bin dann aber gleich eingeschlafen. Den nächsten Halt in Dsun-Chara (KM: 6023) von 00:48 – 01:05 Uhr habe ich komplett verschlafen.
Ich hatte mir vorgenommen unbedingt den Halt in Ulan Bator (Hauptstadt der Mongolei) mitzubekommen. Um 06:15 Uhr bin ich aufgestanden, mein Mitbewohner saß schon einige Zeit auf seinem Sitz und führte Selbstgespräche. An seiner Kleidersituation hatte sich noch nichts geändert.
Nach dem morgendlichen Nasszellenbesuch war ich dann genau beim Eintreffen in Ulan Bator (KM: 6304) um 06:30 Uhr fertig. Die Berge vor Ulan Bator waren leicht mit Schnee oder Morgenfrost bedeckt. Die aktuelle Außentemperatur beträgt 0 Grad Celsius, blauer Himmel und Sonnenschein. Im Bahnhofsgebäude gibt es superschnelles (kostenlosses) Wifi, welches ich nutze um kurz über VOIP zuhause anzurufen, klasse Verbindung.

Eine bisschen lästig sind die Geldtauscher im Bahnhof. Ständig „Do you want to change?“ Aber sie bieten von vornherein einen besseren Wechselkurs (100 Rubel = 2,50 Euro = 4000 Tögrög), als die Geldtauscher, die an der Grenze in den Zug gekommen waren. Sie hatten nur 3500 Tögrög pro 100 Rubel angeboten. Der offizielle Wechselkurs liegt derzeit bei etwa 4500 Tögrög.

Noch schnell einmal um den Bahnhof herumgelaufen und um 07:15 Uhr fährt der Zug weiter.

Nachdem das Abteil I schon seit Irkutsk und das Abteil II in Ulan Bator leer wurde, sind in Ulan Bator 2 Brasilianische Pärchen in diese beiden Abteile eingezogen. Ich denke, wir bleiben jetzt in dieser Besetzung bis morgen Mittag, wenn wir in Peking eintreffen sollen. Nach Ulan Bator ist das Landschaftsbild der Steppe nahezu ähnlich. Erst ist es bergig….

… und dann wird es flacher und scheinbar unendlich weit.

Um 11:33 Uhr treffen wir in Chojr (KM: 6551) ein.


Hinter dem Bahnhofsgebäude befindet sich die silber angemalte Statue des ersten Mongolischen Kosmonauten VVT Ertvuntz.

Beim Schlendern über den Bahnsteig schaue ich mir auch den an der Mongolischen Grenze angehängten Mongolischen Speisewagen von außen …

… und anschließend von innen an.

Um 11:53 Uhr fahren wir weiter und kurze Zeit später sehen wir diese freilaufenden Kamele in der Wüste Gobi weiden.

Der nächste Halt ist Sajn-Sanda (KM: 6778) um 15:06 Uhr.

In der Bahnhofshalle ist am Kartenschalter richtig Betrieb. Wo da alle nur hin wollen?

Außer ein paar Verkaufsständen und eisigem Wind, ist hier wenig geboten und es geht unspektakulär um 15:43 Uhr weiter. Etwa 1 Stunde nach dem letzten Halt ist immer noch du unendlich scheinende Wüste um uns herum.

Vor der Grenze wurden uns die notwendigen Formular zur Ausreise aus der Mongolei (Departure Card) bzw. zur Einreise nach China (Ein- und Ausreisekarte 2-teilig, Zollerklärung) ausgteilt. Im Mongolischen Grenzbahnhof Dsamin Ude (KM: 7013) treffen wir um 19:10 Uhr ein. Mittlerweile habe ich auch wieder Internet mit meiner Chinesischen SIM-Karte und habe gerade entdeckt, dass Hoffenheim in Dortmund 2:1 gewonnen hat und somit in die Relegation kann.
Um 19:20 Uhr werden uns Pässe und Departure Cards eingesammelt. Kurze Zeit später kommt ein Zollbeamter vorbei und sammelt die Zollerklärung die uns bei der Einreise gestempelt zurückgegeben worden war, wieder ein. Etwa 1 Stunde später erhalten wir uns Pässe mit den Einreisestempeln zurück. Um 20:35 Uhr setzen wir unsere Fahrt fort und treffen, nach einem Stop auf der Strecke um 21:00 Uhr im Chinesischen Grenzbahnhof Erljan (KM: 7023) ein.

Die Grenzbeamten warten schon auf dem Bahnsteig und betreten sofort das Abteil und sammeln die Pässe, sowie die Arrival Card ein. Die Departure Card wird abgetrennt und wieder an uns ausgehändigt. Schon um 21:45 Uhr haben wir unsere Pässe mit Einreisestempel zurück. Dann beginnt ein ständiges rangieren bzw. hin- und herfahren des Zuges. Wir fahren in eine riesige Halle, die Fahrgestelle zu wechseln.

Die Spurbreite in Russland und der Mongolei ist nicht identisch mit der in China bzw. den meisten Ländern Europas. Zu diesem Zwecke werden die Wagons hochgehoben, die alten Fahrgestelle entfernt und die Neuen angebracht.

Die ganze Prozedur dauert ca. 2 Stunden. Im Anschluss fahren wir wieder in den Bahnhof und haben die Möglichkeit in einem etwas größeren Laden in der Bahnhofshalle etwas zu kaufen. Chinesisches Geld habe ich noch nicht. Es war auch niemand im Zug zu wechseln, auf dem Bahnhof kann ich nirgendwo einen Geldautomat finden. Ich lege mich kurz darauf hin zum Schlafen und um 00:57 Uhr verlässt unser Zug Erljan.
Tag 11, 20.05.2013, Ankunft in Peking
Den ersten Halt des Tages in Cszininnan (KM: 7356) von 05:47 – 05:56 Uhr habe ich überhaupt nicht mitbekommen. Bei dem Halt in Datong (KM: 7483) von 07:59 – 08:11 Uhr, bin ich kurz vor der Abfahrt wach geworden.
Nach der Morgentoilette und einer Rasur, die mal wieder fällig war, mache ich mir erst mal einen Kaffee mit heißem Wasser aus dem Samowar. Es wird der letzte im Zug sein, da wir in wenigen Stunden in Peking eintreffen. Etwa 1 Stunde von Datong entfernt entdeckt Jemand ein Stück der Chinesischen Mauer.

Auf den Feldern entlang der Zugstrecke wird gearbeitet.

Unseren letzten Stopp vor Peking in Chjancszyakounan (KM: 7661) von 10:36 – 10:46 Uhr können wir nur auf dem Bahnsteig verbringen, da nicht genügend Zeit ist um in die Bahnhofshalle zu laufen.

Wieder keine Möglichkeit an Chinesisches Geld (Yuan) zu kommen. Werde ich halt am Bahnhof in Peking zuschlagen müssen. Heute Morgen, nach dem Aufwachen, fand ich 2 Essensgutscheine auf dem Tisch. Einer davon war für ein Frühstück im Speisewagen.

Das Frühstück habe ich leider verpasst. Der 2. Gutschein war dann aber für ein Mittagessen im an der Grenze neu angehängten Chinesischen Speisewagen.

Da jeder einen Gutschein bekam, war ziemlich Betrieb und wir (meine Nachbarn aus Abteil IV und ich) gingen erst zum Schluß der Gültigkeit (10:30 – 11:30 Uhr). Es gab eine Kleinigkeit (Reis, Fleischbällchen und Gemüse), nichts Besonderes, aber ok. Nach dem Essen stand ich dann die meiste Zeit am geöffneten Fenster und schaute auf die vorbeirauschende Landschaft.

In der folgenden Zeit durchfahren wir bis etwa 1 Stunde vor Peking 64 Tunnels.


Auch ein kleiner Tempel ist auf einem Berg neben der Bahnlinie.

Diese Arbeiter müssen von den Gleisen, da wir vorbei wollen.

Den Südbahnhof Pekings (Beijing South Railway Station) passieren wir ohne Halt. Hier fahren hauptsächlich die Chinesischen Schnellzüge ab.

Mit etwa 10 Minuten Verspätung kommen wir im Bahnhof Peking (KM: 7865) (geplante Ankunft 14:04 Uhr) auf Gleis 6 an.

Um 14:22 Uhr bin ich vor dem Bahnhof (Beijing Railway Station) und hier ist die Hölle los.

Bis jetzt habe ich noch keinen Geldautomaten (ATM) entdeckt, aber die riesen Schlange am Taxistand ist mir nicht entgangen. Ich setzte mich erst mal hin, nachdem ich schon X-Mal angesprochen wurde, ob ich ein Taxi brauche. Klar brauche ich eins, aber nicht bei euch denke ich mir.
Nachdem ich sitze schalte ich auf dem Handy Facebook an, um meinen Status anzugeben. Keine Chance es zu laden, obwohl die 3G-Verbindung super gut funktioniert. Keine Ahnung was jetzt wieder los ist. Da ich Taxi fahren will, aber kein Geld habe, halte ich Ausschau nach einem ATM. Gegenüber des Bahnhofes sehe ich ein Bankenschild. Meinen Koffer schleppe ich über die Brücke.

Direkt zu einer Bank, einer der ATM ist sogar frei.

Nachdem ich meine Karte reingesteckt habe, PIN richtig eingegeben (komisch, die wollen 6 Ziffern, hab aber nur 4) und den Betrag eingegeben habe, geht es weiter. Nach einer Weile kommt eine Meldung, dass es ein Problem gibt und ich mit meiner Bank sprechen soll. Ich brauche keine Gespräch, sondern Geld. Mir gehen schon Gedanken den Kopf, was ich mache, wenn meine VISA-Karte in China nicht funktioniert. Ein bisschen Bargeld (Euro) habe ich noch zum Tauschen. Vielleicht bekomme ich auch mit meiner Mastercard in einer Bank Geld, da ich für diese Karte keine PIN habe. Also ein 2. Mal probiert und das Ergebnis ist das Gleiche.
Ich lasse mir die Karte wieder geben. Also, die Karte habe ich noch, dachte schon die wird eingezogen. Am Besten probiere ich es noch an einem anderen ATM, vielleicht von einer anderen Bank. In der Nähe ist ein riesen Shoppingcenter, da wird es doch einen ATM geben.

Ich schleppe (hat zwar Rollen, aber es gibt immer wieder Treppen) meinen Koffer zum anderen Ende und finde tatsächlich einen Automat.

Gleiche Prozedur, Karte rein, PIN eingeben (4 Stellen ist hier ok, gut) und Betrag eingeben. Es rattert und mein Geld kommt. Wo bleibt die Karte? Ach so! Frage, ob ich eine Quittung will noch nicht beantwort. Dann kommt auch meine Karte. Jetzt habe ich erst mal Geld, aber lauter Hunderter Scheine.

1.- Euro entspricht in etwa 8.- Yuan und nach meinen Recherchen dürfte ein Taxi zu meinem Hotel (ca. 6 km entfernt) bei normaler Verkehrslage ca. 25.- Yuan (10.- Yuan Grundgebühr und der erste km, jeder weitere km kostet 2.- Yuan) kosten.
Meistens können Taxifahrer nicht wechseln und es gibt Probleme. Also kaufe ich irgendwo eine Flasche Wasser, die 3,50 Yuan kostet und schon habe ich Kleingeld.
Vor dem Shoppingcenter versuche ich ein Taxi zu bekommen, keine Chance. Ich kann einige Anhalten, keiner will fahren. Die Einen wollen gar nicht und Andere wollen den Taxameter nicht einschalten, für 80.- Yuan würde ich mitgenommen. 10.- Euro sind das, Normalpreis mit Taxameter ist ca. 3.- Euro. Peking ist wie überall in Asien, Taximafia, die dich übers Ohr hauen will. Da mache ich nicht mit. Wenn ich doch nur weniger Gepäck hätte, dann würde ich die Metro nehmen. Metro fahren in Peking ist superbillig. Egal wo man hin will kostet es 2.- Yuan (ca. 25 Cent).
Also wieder über die Brücke zurück zum Bahnhofsvorplatz, die Schlange am Taxistand ist immer noch genauso lang und kaum dort spricht mich einer an. Er habe ein Taxi mit Meter. Ok sage ich, wo ist der Haken denke ich. Er fragt wo ich hin will. Nachdem ich es gesagt habe, meint er das die Fahrt dorthin mit dem Taxameter 150.- Yuan kostet, er aber billiger ist. Also doch kein Meter, ich laufe wortlos weiter und entschließe mich doch mit der Metro zu fahren. Ich gebe auf meinem Handy bei Google Maps mein Ziel ein und schon bekomme ich alles anzeigt.
Ich schleppe meinen Koffer in die Metro (Station: Beijing Railway Station), die natürlich wieder auf der anderen Seite ist. Zurück über die Brücke, Treppe runter und beim Securitycheck alles durchleuchten lassen. Am Ticketschalter sind mehrere Schlange, es geht aber überraschend schnell und ich habe meine Fahrkarte (Einheitspreis 2.- Yuan). Mit der Linie 2 (Ringlinie) fahre ich 2 Haltestellen bis zur Station Chaoyangmen, dort wechsle ich in die Linie 6.

Nach kurzer Wartezeit steige ich ein und die nächste Station Dongdaqiao wieder aus. Ganz schön voll, aber ging besser als ich gedacht habe. Nur wenige Minuten Fahrzeit und das Ganze für 25 Cent.
Jetzt sind es noch etwa 200 Meter die Straße entlang, einmal kurz links abbiegen und nach 50 Metern auf der rechten Seite ist das Hotel. Daneben ist auch direkt ein Supermarkt (7eleven), praktisch kann man sich gleich was zu Trinken holen.

Es ist schon kurz vor 16 Uhr, als ich in der Lobby eintreffe.

Meine Reservierung geht in Ordnung und nach Durchziehen meiner Mastercard (Deposit), bekomme ich ein Zimmer in 2. OG. Sieht ganz gut aus hier.

Das Bad ist auch in Ordnung. Im Zimmer stinkt es nach Rauch, zum Glück kann man die Fenster öffnen.

Nach einer Dusche und frischen Kleidern mache ich mich auf den Weg um einen der berühmten Nachtmärke zu suchen. Der Donghuamen Nachtmarkt ist in den Seitenstraßen der Wangfujing Straße, der bekanntesten Shopping-Meile Pekings.

Am Besten man fährt mit der Linie 1 zur Station Wanfujing und läuft in die Wanfujing Straße, dann geht es nach einem Stück links rein. Es ist nicht zu übersehen, rote Lampions und Menschenmassen.



Weitere Stände gibt es auch noch wenn man die Fußgängerzone bis zum Ende durchläuft und dann links rein. Hier gibt es wirklich exotisches Essen (nicht mein Geschmack) Hund, Schlange, Innereien usw. Ich hole mir einfach Nudeln mit Gemüse, das Ganze sehr scharf. 30.- Yuan (3,75 Euro), kein Schnäppchen für Nudeln oder abgezockt worden, aber es war lecker. Im Anschluss fahre ich wieder mit der Metro zurück zum Hotel.
Zwischenzeitlich weiß ich auch was das Problem ist, warum Facebook nicht funktioniert. Die Chinesen habe eine Menge ausländische Webseiten gesperrt, unter Anderem auch Facebook und diverse Blogseiten.
Tag 12, 21.05.2013, Sightseeing in Peking
Heute Morgen bin ich um 8 Uhr aufgewacht. Um 0 Uhr war ich noch wach, dann bin ich eingeschlafen. Endlich wieder ein richtiges Bett, ich habe geschlafen wie ein Toter. Im Hotel gibt es ein Frühstücksbuffet für 25.- Yuan, ist ganz ok.

Gestärkt mit Kaffee, Toast, Marmelade, Eier und Müsli mache ich mich auf den Weg, um mit der Metro zum Platz des Himmlischen Friedens und dem angrenzenden Kaiserpalast zu fahren. Von meinem Hotel laufe ich zur Station Hujialou, die ein paar Meter weiter vom Hotel weg liegt, als die, an der ich gestern angekommen bin.

Auch in der Chinesischen Metro gibt es Rolltreppen, allerdings deutlich kürzer als in Moskau.

Bis jetzt habe ich es noch nicht geschafft aus einem Ticketautomat ein Ticket zu bekommen, immer wieder werden meine Scheine ausgeworfen.

Ich kaufe mein Ticket also wieder am Schalter.

Im Anschluss muss man durch den Securitycheck.

Dann werden die Sperren durch Anlegen der Chipkarten frei gegeben.

Ich fahre mit der Linie 10 für 2 Halte bis zur Station Guomao. Sehr anschaulich sind die Strecken in der Bahn, über den Türen, auch in Lateinischen Buchstaben dargestellt.

Beim Umsteigen in die Linie 1 (Ringlinie) sind Menschenmassen unterwegs, das war gestern Abend an dieser Stelle auch schon so.

Dann fährt die Metro ein.

An der Station Tian’anmen East, die genau zwischen dem Platz des Himmlischen Friedens und dem Kaiserpalast liegt, bin ich ausgestiegen. Auf dem Weg zum Palast rennt plötzlich ein Uniformierter hektisch an mir vorbei. Auf dem Boden hinter mir liegen ganz viele Blätter (vermutlich Flugblätter/Propagandamaterial). Eine Person wird festgehalten und in seinen Rucksack geschaut.

Die Zettel werden hastig eingesammelt und hinter einer Absperrung in einen Mülleimer geworfen. Es sind Menschenmassen unterwegs und die Präsenz Uniformierter ist sehr hoch, als ich am Eingang zu Palast ankomme.

Noch kurz ein Blick über die Straße, zum Platz des Himmlischen Friedens.

Die sieht man überall herumstehen oder im Stechschritt eine Strecke ablaufen.

In den ersten Innenhof habe ich mal geschafft, überall lange Schlangen.

Da vorne ist der Eingang zur Verbotenen Stadt. Der Name deshalb, weil es den einfachen Leuten früher verboten war, diese zu betreten. Rechts sind die Schlangen zum Ticketschalter.

Hier schon wieder ein Uniformierter.

Und hier die nächsten auf dem Basketballfeld, unmittelbar vor den Ticketschaltern.

Nach dem Anstellen an einer Schlange werde ich (wie übrigens vorher schon mehrmals) angesprochen, ob ich einen Englisch sprechenden Guide wolle. Ich müsse mich dann nicht anstellen, da es eine extra Spur für Guides gibt. Ich habe kein Interesse und stehe selber an.

Es dauert keine 10 Minuten bis ich für 60.- Yuan mein Ticket bekomme.

Hier geht es direkt weiter.

Endlich nach einem Securitycheck und durchleuchten des Rucksackes im nächsten Innenhof. Es ist hier wirklich viel los.

Auf zum Nächsten.


Und noch mal ein Blick zurück.

Bevor es zum letzten Innenhof geht.


Und hier der letzte Palast von Süden nach Norden gesehen.


Auf der östlichen Seite des Innenhofes kommt man durch ein Tor zum Ostausgang und aber auch zur Porzellanhalle.


Auch hier muß man erst durch ein Gebäude, um ins nächste zu kommen.


Im Innern ist eine Sammlung von Porzellangeschirr und -figuren und Sonstigem und es ziemlich dunkel bzw. gedämpftes Licht.

Diese Vase und die beiden Figuren waren besser beleuchtet.



Vor der Halle sind Parkbänke, wo ich mich ein bisschen hinsetzte um auszuruhen. Es ist zwar bewölkt, aber die Sonne drückt durch und es ist ziemlich heiß. Neben mich setzt sich ein kleiner Junge (ich denke so 10 Jahre alt) mit 2 Frauen (ich denke Mutter und Oma). Er spricht mich plötzlich auf Englisch an. How are you? Where do you live? Ich sage Germany. Kennt er nicht! Ich sage nicht so wichtig, ist nur ein kleines Land (stimmt doch, im Vergleich zu China). Nach einer Weile fragt er mich ob ich Fußball mag und wer bekannte Spieler in meinem Land sind. Er kennt Schweinsteiger und jetzt kennt er auch Germany. Lag wohl an meiner Aussprache, dass er es nicht verstanden hat. Er kennt Bayern, Dortmund und Schalke. Er schaut auch regelmäßig Bundesliga und sein Lieblingsspieler ist Reus von Dortmund. Ich verabschiede mich und gehe wieder zurück über den Innenhof, nun zum westlichen Ausgang.

Hier geht es zur Bilder- und Buchsammlung.

Auch hier erst durch ein anderes Gebäude, um in die Ausstellungshalle zu kommen.


In dieser Ausstellung darf nicht fotografiert werden.

Zurück zum Innenhof sehe ich, dass in einem Flügel eine Sonderausstellung des Albert und Victoria Museums stattfindet.

Auf dem Weg in den Ausstellungsraum noch ein Blick über den Hof, in Richtung Süden.

Dann geht es in die Ausstellung.



Hier gibt es eine ganze Menge mehr zu sehen, aber für mich ist heute genug und ich laufe zum Osttor des Palastes zum dortigen Ausgang. Die Fassade wird gerade renoviert.

Noch ein kurzer Blick zurück und dann ist wirklich Schluss für heute.

Nun laufe ich die Straße östlich des Osttores parallel zum Palast, in Richtung Süden. Die Straßenkehrer sind gut eingemummelt, trotz der Hitze.

Es kommen auf der rechten Seite ständig Souvenirgeschäfte und dann eine kleine Seitenstraße mit kleinen Esslokalen. An diesem will ich ebenfalls vorbei laufen, da ich nichts lesen kann.

Als mir die Dame, die davor steht, eine Englische Speisekarte anbietet, trete ich ein und bestelle dieses.

Große Portion Hühnchen mit Gemüse (scharf) 24.- Yuan, Schale Reis 4.- Yuan, 1 Flasche Wasser 5.- Yuan. Alles in Allem 33.- Yuan (ca. 4,10 Euro) und sehr lecker geschmeckt. Ich laufe zurück an der Metrostation vorbei, komme ich am Nationalmuseum von China vorbei.

Über die breite Straße komme ich auf den Platz des Himmlischen Friedens.

Auch hier muss man erst einmal durch die Sicherheitskontrolle.

Hinter der schön angelegten Blumenanlage sieht man den Königspalast.

Im Hintergrund sieht man das Mao-Mausoleum (links) und das Denkmal für die Helden des Volkes (rechts).

Jetzt ein bisschen näher.


Das Mao-Mausoleum hat um diese Zeit schon geschlossen für Besucher.

Blick auf das Zenghyang Gate, Stadttor am südlichsten Ende des Platzes.

Und davor marschiert wieder einer der Uniformierten.

Vom südöstlichsten Ende des Platzes sieht man das Beijing Railway Museum.

An dieser Ecke des Platzes ist die Metrostation Qianmen. Von hier aus fahre ich mit der Ringlinie 1 bis zur Station Yonghegong Lama Temple. Noch ein paar hundert Meter laufen und man ist am Eingang zum Tempel.

An den Ticketschaltern ist wenig los und ich bekomme eine Eintrittskarte für 25.- Yuan.

Hier geht es dann zum Lama Tempel.

Im Innern ist das Fotografieren verboten, weil gebetet wird.

Aber von außen kann man rein fotografieren.

Hier wirft man (ich denke mal um Glück zu bekommen) Geldmünzen.

Es gibt viele Gebäude in dieser Anlage.


Und hier noch ein anderes Gebäude.


Im Anschluss fahre ich mit der Metro lediglich 1 Station nach Beixinqiao.

Hier beginnt die „Gui Jie“, das bedeutet „Geister-Straße“. Sie verläuft von der Metro Station Beixinqiao (Linie 5) bis zur Dongzhimen (Linie 2). Die ca. 1 ½ km beherbergen eine Menge Restaurants, die bekannt sind für ihr gutes und auch scharfes Essen. Hier geht es erst richtig los, wenn wo anders schon Feierabend ist.



Die Krebse für den Abend werden vorbereitet.

Paul Frank Fake.

Am Ende die Metro Station Dongzhimen.

Hier auch ein großes Shoppingcenter (Raffles City), wo alle bekannten Modemarken vertreten sind.

Nach dem Bummeln fahre ich wieder zurück ins Hotel, es gibt einiges zum Schreiben. Draußen ist es schon dunkel, als ich zu 7eleven will, um mir etwas zu Trinken und ne Kleinigkeit zum Essen zu kaufen. Leider ist der Laden geschlossen und alles Dunkel, keine Ahnung warum.
Direkt neben 7eleven ist ein Fastfoodladen für Chinesisches Essen, leider ist alles in Chinesisch und keine Englische Speisekarte. Ich suche mir etwas von den Bildern aus. Ein Menu bestehend aus Misosuppe mit Einlage, Reis und Fleisch und Kohlgemüse. War wirklich gut und hat 28.- Yuan gekostet. Im Anschluss gehe ich zurück auf mein Zimmer, morgen will ich raus zur Mauer.
Tag 13, 22.05.2013, Die Chinesische Mauer
Heute Morgen habe ich mir extra früh den Wecker gestellt, um rechtzeitig loszukommen. Frisch geduscht und ohne Frühstück verlasse ich um 08:10 Uhr das Hotel.
Es geht zur Chinesischen Mauer auf eigene Faust. Es werden zwar viele Touren angeboten, aber das was ich gelesen habe, ist es kein Problem es selbst zu versuchen. Als Ziel habe ich mir Badaling, der nächste (ca. 60 km) Besichtungpunkt der Mauer, von Center Pekings gesehen. Ich laufe zu meiner Metrostation und fahre mit der Linie 6, dann umsteigen in die Linie 2 bis zur Station Xizhimen. Hier befindet sich der Nordbahnhof (Beijing North Railway Station) Pekings, von hier startet der Zug nach Badaling. Es ist heute Morgen schon richtig Betrieb und um 08:40 Uhr komme ich an der Metrostation an. Den Massen hinterher die Treppe hoch und dann nach links (A), da ist der Bahnhof schon ausgeschildert

Der Weg ist auf der ganzen Strecke gut sichtbar ausgeschildert. Nachdem ich auf dem gleichen Stock am Ticketschalter war, wurde ich einen Stock höher (Abfahrtsebene des Zuges) zu einem anderen Ticketschalter geschickt.

1 Mal Badaling. 6.- Yuan (0,75 Euro), nicht schlecht der Preis. Die Dame am Schalter war genauso unfreundlich, wie die am Ticketschalter zur Verbotenen Stadt. Tickets quasi zu mir rausgeschmissen.

Ansonsten sind die Menschen auf der Strasse nicht unfreundlich. Allerdings mit der Disziplin ist es nicht so weit her. Beim Anstellen an Schlangen gibt es keine Ordnung und es wird ständig vorgedrängelt oder rücksichtslos überholt. Ganz anders war das in Moskau, hier hatte alles seine Ordnung und wurde auch geduldig von Jedem eingehalten. Auch bekam man immer die Türe aufgehalten. Hier in Peking (wie ich es auch aus Thailand kenne) lässt man eher die Türe vor deiner Nase zuknallen, als das man sie dir aufhält. Raus aus dem Ticketschalter und nach rechts in den Bahnhof.

Hier wird die Fahrkarte kontrolliert und ohne kommt man nicht rein. 08:50 Uhr komme ich an Bahnsteig 5 an, wo der Zug um 09:02 Uhr (mehr kann ich nicht lesen) fahren soll.

Die Bahnsteige sind ewig lang und man muß bestimmt 3 Minuten laufen, bis man am Zug ankommt.


Noch Zeit genug bis zur Abfahrt. Der Zug ist gerammelt voll, kein Sitz mehr frei, die Leute stehen zum Teil schon.

Der Zug fährt etwas früher um Punkt 9 Uhr ab. Im Laufe der Fahrt schlängelt sich der Zug hoch, Badaling liegt auf ca. 1000 Meter Höhe. Um 09:50 Uhr sieht man zum ersten Mal ein Stück der Mauer aus dem Fenster.

Kurz vor Badaling hält der Zug kurz an und fährt dann rückwärts auf ein anderes Gleis, bis wir gg. 10:10 Uhr ankommen.


Gleich vor dem Bahnhofsausgang ist der Weg zur Mauer (Eingang 800 Meter) ausgeschildert.

Von hier aus kann man auch ein Taxi nehmen, ich laufe und drehe mich noch mal um, hinter mir der Bahnhof.

Nach kurzer Strecke kommt links dieses Denkmal.

Etwas weiter auf der linken Seite das „Zhan Tianyou Memorial“, was immer das auch ist.

Auf der rechten Seite (etwa 500 Meter vom Bahnhof entfernt) kommt die Bushaltestelle, hier kommt man aus Peking mit dem Bus 919 an und kann auch wieder dorthin zurück fahren.

Gegenüber der Bushaltestelle geht es zu den Parkplätzen für die Autos oder der Eingang für die, die mit dem Cablecar hochfahren wollen.

Ich laufe geradeaus weiter und, obwohl es Werktags Morgens ist, sind schon ein Menge Leute hier.

Dachte ich! Was eine Menge ist, werde ich später sehen. Hier auf dieser Meile gibt es alles. Fastfoodketten (hier KFC), Souvenirläden, usw.

… und sogar ein Hotel, das Badaling Hotel.

Durch dieses Tor muss man, dann kann es nicht mehr weit sein.

Nach dem Tor geht es schon rechts Richtung Eingang.

Erst zum Ticketsschalter (Eintrittspreis ist 45.- Yuan für Erwachsene) und ein Ticket erstanden.


Es besteht auch die Möglichkeit einen Audioguide für Englisch in Anspruch zu nehmen, kostet nochmals 40.- Yuan (ca. 5.- Euro) extra. Mit dem Ticket laufe ich durch die Kontrolle.

Noch ein kurze Treppe hoch. Oben kann man entscheiden links zu Fuß nach unten und rechts mit dem Cablecar nach unten. Ich gehe nach rechts …

… und dann bin ich auf der Mauer.


Ganz schön was los hier. Es herrscht richtige Volksfeststimmung und ganz schön steil ist das hier. So schnell sind die Türme nicht zu erreichen.

So sehen die Türme von innen aus.

Die Mauer ist an dieser Stelle 6 Meter breit.

Ganz schönes Gedränge auf den Treppen und auch die Älteren schleppen sich hoch. Es ist auch schon ganz schön heiß und der Planet sticht.


Am Schönsten, zum Glück ist es klar und blauer Himmel, ist die Aussicht.





Morgen habe ich bestimmt Muskelkater, das wird immer steiler hier. Wie die Alten das schaffen? Zurück werde ich nicht laufen, runter ist das ja noch viel anstrengender als hoch. Bin jetzt schon naß geschwitzt. Schon geschafft, da ist die Station für das Cablecar.

Noch ein letzter Blick auf die Mauer …

… dann kaufe ich mir ein Ticket für die Fahrt nach unten (30.- Yuan).


Hier werden die Tickets vor dem Losfahren gecheckt.

Ein Cablecar habe ich mir anders vorgestellt.

Das ist eher wie Achterbahn fahren, zum Glück deutlich langsamer.


Hier am Ausgang beginnt dann der „Jahrmarkt“ mit Essenshops, Souvenirläden und Tierattraktionen.

Ein Kamel mit dem man sich fotografieren lassen kann.

2 Pfaue.

Ein weißer Büffel oder so was Ähnliches.

Ein Bär, der sich von den Leuten füttern lässt.

Seine Kumpels sind auf andere Gehege verteilt.

Riecht hier sehr streng und die Tiere sind aus meiner Sicht arm dran. Ich bin froh wenn ich den Ausgang erreicht habe.

Rechts abbiegen sind es ca. 300 Meter zurück zum Eingang, wo ich mein Ticket gekauft habe. Auch die Bahnstation ist hier schon ausgeschildert.

Durch das Tor, aber diesmal von der anderen Seite.

Hier bin ich zurück bei den Ticketschaltern und die Chinesische Flagge weht.

Zurück in Richtung Bushaltestelle. Da ich heute noch nichts gegessen habe, gehe ich in diesen Fastfood-Laden, direkt neben KFC.

Es ist ein Laden der selben Kette, wie der der neben meinem Hotel bzw. 7eleven ist. Hier gibt es auch eine Englische Speisekarte und ich bestelle Chicken mit Erdnüssen (scharf) und Gemüse für 15.- Yuan.

Das Essen war lecker und hat satt gemacht. Eine Pepsi Max habe ich mir vorher schon für 10.- Yuan (teuer) besorgt. Da steht schon mein Bus. Es ist nicht die 919, aber alle sagen er fährt auch nach Beijing.

Also steige ich ein. Bis zur Abfahrt wird es noch voll und es sind alle Sitze belegt.

Die Fahrt kostet 12.- Yuan und nach 1 ¼ Stunden steige ich am Busbahnhof, ca. 300 Meter östlich der Metrostation Jishuitan (Linie 2) aus und fahre mit der Metro zum Nordbahnhof. Da habe ich am Morgen gesehen, dass es ein Shoppingcenter mit dem Namen „Mall“ gibt.


Nicht schlecht hier, es gibt eine Menge Geschäfte und auch im Untergeschoß einen riesigen Foodcourt. Nachdem ich mir einiges angeschaut habe fahre ich zurück zu meinem Hotel.
Nach dem Duschen gehe ich abends noch mal los, um ein bestimmtest Sushi Restaurant zu suchen. Ich hatte eins im Internet recherchiert, aber letztendlich habe ich es nicht gefunden. Da ich unbedingt Sushi essen will, fahre ich wieder zur „Mall“. Dort hatte ich am Nachmittag einen Sushiladen (Sushi Express) entdeckt. Es gibt ein Laufband, auf dem die verschiedenen Arten vorbeigefahren kommen. Es gibt einen Einheitspreis, 6.- Yuan pro Teller. Nach 15 Tellern bin ich total satt und mache mich auf den Heimweg.
Tag 14, 23.05.2013, Letzter Tag in Peking
Heute Morgen habe ich mir extra keinen Wecker gestellt, um etwas ausschlafen zu können. Um 12:00 Uhr muß ich das Zimmer räumen und mein Flug geht erst morgen Früh 01:30 Uhr, so dass der Check-In etwa ab 23:00 Uhr sein wird. Online Check-In habe ich heute Morgen schon gemacht, damit erspart man sich üblicherweise die lange Schlange am Schalter, da es einen oder mehrere extra Schalter gibt.
Um 10:00 Uhr gehe ich zum Frühstück und danach Koffer packen. Um 11:30 Uhr klingelt mein Zimmertelefon. Die Rezeption fragt nach, wann ich gedenke zu gehen. Um 12:00 Uhr sage ich oder ist das ein Problem? Nein, kein Problem. Kurz vor 12 bin ich fertig und gehe nach unten.
3 Übernachtungen, 2 Mal Frühstück, macht 1.067.- Yuan. Ich bezahle mit der Kreditkarte und mache mich auf den Weg zur Metrostation Hujialou. Von dort Fahren ist günstiger, da ich nur 1 Mal umsteigen muß. Ich fahre also mit der Linie 10 (4 Stationen) zur Station Sanyuanqiao. Von hier und auch von der Station Dongzhimen (welche näher am Zentrum liegt) kann man mit dem Airportexpress für 25.- Yuan direkt zum Terminal 3 des Flughafens fahren. In Sanyuanqiao angekommen ist wieder alles wieder super ausgeschildert.

Und überall Rolltreppen, so dass man nicht schleppen muss. Am Ticketschalter gibt es eine kleine Schlange.

Auf dem Bahnsteig sieht es aus wie in der Metro, der Zug kommt gleich.

Im Innern gibt es andere Sitzgelegenheiten, als in der Metro.

Die Streckenführung ist über den Türen angebracht.

Nach 16 Minuten Fahrzeit kommen wir am Flughafen / Terminal 3 an.



Nach kurzer Suche habe ich dann in der Ankunftshalle den Schalter gefunden, wo man Gepäck aufbewahren lassen kann.

Mein Koffer wird durchleuchtet und gefragt wie lange ich ihn da lassen will. Bis 23:00 Uhr etwa, als knappe 10 Stunden. Das kostet 30.- Yuan und meinen Pass muss ich vorzeigen. Nachdem ich meinen Koffer los bin, suche ich den Schalter für den Airport Shuttle Bus in die Innenstadt.

Schon gefunden, in der Ankunftshalle. Alles ist ein Preis, 16.- Yuan pro Fahrt und Person. Einen Bus zur Beijing Railway Station gibt es auch. Die Abfahrt ist ein Stock tiefer vor dem Gebäude. Es gibt auch einen Bus zur South Railway Station (Busstop 10).

Wäre ich beinahe falsch eingestiegen, habe es gerade noch gemerkt. Ich will zur Beijing Railway Station, da wo ich aus Moskau mit dem Zug angekommen bin.

Dieser Bus fährt vom Busstop 3 und hat mehrere Halte unterwegs. Das ist genau am Gate Nr. 9.

Der Bus kommt und fährt um 13:40 Uhr los.

Innen drin ein ganz normaler Bus, nichts Besonderes.

Bis zum Terminal 1 bzw. 2 braucht er ungefähr 20 Minuten und dann nochmals 45 Minuten bis zur Endhaltestelle Beijing Railway Station.

Wer schnell unterwegs aussteigen will, der kann dies an der Metrostation Dongzhimen tun. Hierher braucht der Bus ca. 20 Minuten vom Airport. Von diesem Halt ist man dann mit der Metro überall sehr schnell. Den Rest des Nachmittages verbringe ich mit ein bisschen Bummeln, noch mal Sushi essen bei Sushi Express (diesmal in einer anderen Filiale) …

… und anschließend Kaffee trinken bei Starbucks (kleiner Latte 27.- Yuan). Um 21:15 Uhr mache ich mich wieder auf den Weg in Richtung Flughafen. Erst ein bisschen laufen, dann Metro und zu guter Letzt wieder mit dem Airportexpress. Nach dem Eintreffen am Flughafen gehe ich zur Gepäckaufbewahrung und hole meinen Koffer ab. Im Anschluss fahre ich mit der Rolltreppe einen Stock in die Abflughalle.

Mein Flug ist auch schon angezeigt. EY889 nach Abu Dhabi um 1:30 Uhr, Check-in ist bei B19-B26.

Um 22:35 Uhr komme ich dort an und schon einen lange Schlange (ca. 50 Leute) an den Schaltern.

Auch hier gibt es Schalter für Web-Check-In und ich habe nur eine Person vor mir.

Um 22:45 Uhr bin ich schon fertig und mache mich auf den Weg zu meinem Gate.

Ich muss zu Gate E14, also wieder mal ganz hinten.

Die Gates sind so weit weg, dass man mit so einer Art Skytrain die Gates erreicht.

Wie ein Zug, allerdings fast nur Stehplätze.

Nach dem Ausstieg geht man direkt zur Passkontrolle und holt sich seinen Ausreisestempel ab.

Dann noch der Sicherheitscheck …

und entlang an den Dutyfree Läden und Restaurants (fast alles hat schon geschlossen), direkt zum Gate E14. Bis zum Boarding ist noch mindestens 1 Stunde Zeit!
Tag 15, 24.05.2013, Rückflug nach Deutschland
Es ist schon 1 Uhr und das Boarding ist am Laufen, um 1:30 Uhr sollen wir starten.

Ich sitze auf 20A am Fenster und neben mir ein Chinese, der scheinbar kein Englisch spricht.
Um 01:50 Uhr heben wir etwas zu spät ab. Beim Schlafen, Essen und Filme schauen (alles abwechselnd) gehen die 8:15 Stunden relativ schnell um und wir landen in Abu Dhabi auch etwas früher.
Um 08:55 Uhr Ortszeit (Deutschland +2 Stunden) soll es Richtung Frankfurt/Main weiter gehen. Also es ist genügend Zeit sich die Beine zu vertreten und durch die Duty Free Shops zu schlendern.
In der Wartehalle finden sich auch ein kostenloser Wifi-Zugang und Stromanschlüsse, so dass ich endlich mal dazu komme ein paar Blogs hochzuladen, die ich schon vor 1 Woche hochladen wollte, aber wegen der Strom- und Internetproblemen in Russland bzw. der Chinesischen Blockade nicht konnte.
Wieder mit 20 Minuten Verspätung startet der Flieger in Richtung Frankfurt. Ich sitze auf Platz 27A (Fenster), der Platz neben mir bleibt frei, was mir sehr entgegen kommt. Schlafen kann ich nicht mehr, aber es gibt genügend Filme zum Anschauen. Ein paar Minuten früher (gg. 13:35 Uhr) setzt die EY7 auf der Landebahn des Flughafens Frankfurt/Main auf.
Da mein Koffer als einer der ersten kommt und auch die Passkontrolle vorher zügig ging, erreiche ich (mit dem Skytrain vom Terminal 2 zum Terminal 1) den Regionalbahnhof unter dem Terminal 1 schon gegen 14:15 Uhr und bin kurz vor 14:30 Uhr schon bei meinem Fahrzeug.
Als ich vor meinem Wagen stehe, hole ich meinen Schlüssel aus dem Rucksack. Auf Drücken des Fernbedienungsknopfes reagiert mein Wagen nicht, weshalb ich die Fahrertüre manuell öffne. Nachdem ich den Schlüssel in das Zündschloss gesteckt und herum gedreht habe, merke ich, dass kein Lämpchen brennt. Ich vermute, dass die Batterie leer ist. Klasse, gerade jetzt, wo ich schon 19 Stunden unterwegs bin. Das hatte ich ja noch nie, mein Wagen war hier schon 4 Wochen am Stück gestanden und immer sofort angesprungen.
Zum Glück habe ich einen Schutzbrief für mein Auto und die 24-Stunden Notrufnummer hat sogar eine Frankfurter (069) Vorwahl. Es meldet sich ein superfreundlicher Mann, der mir nach Aufnahme der Daten und meines Problems zügige Hilfe eines in der Nähe ansässigen Unternehmens zusichert. Tatsächlich kommt nach ca. 45 Minuten ein Abschleppwagen, der mir Starthilfe gibt und gg. 15:35 Uhr kann ich endlich nach Hause fahren.

